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Ausprobiert: TaiG-Jailbreak für iOS 8.3

Der erste öffentlich verfügbare Jailbreak für iOS 8.3 ist da – und er kommt wieder aus China. Allerdings ist die Installation nicht gerade einfach, wie ein Selbstversuch zeigt.

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(Bild: TaiG-Website)

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des TaiG-Jailbreaks für iOS 8.3 wirkt kurz vor Veröffentlichung von iOS 8.4, das bis Ende Juni ansteht, schon etwas ungünstig: Das Zeitfenster der Installation könnte klein ausfallen. Zudem ist die Installation, wie unser Selbsttest zeigt, nicht unproblematisch.

Zunächst bleibt wie bei allen Jailbreaks zu sagen, dass die Installation auf eigene Gefahr erfolgt. Denn schlimmstenfalls drohen Hardwareschäden. Außerdem sollte man unbedingt ein komplettes Backup von iPhone oder iPad anlegen. Sollte etwas schief gehen, lassen sich dann die Daten wiederherstellen.

TaiG 2.0.0 lässt sich auf allen iOS 8.3-fähigen Geräten nutzen, installiert wird unter Windows. Der Download ist hier möglich. Danach wird überprüft, welche iTunes-Version installiert ist. Dazu betätigt man die Alt-Taste, klickt im Menü auf das Fragezeichen und danach auf Info. In der ersten Zeile erscheint die Programmversion. Mit der aktuellen Version 12.1.2 gab es allerdings Probleme; es ist daher empfehlenswert, die ältere Version 12.1.0.71 bei Google zu suchen und von Hand zu installieren. Auf dem iOS-Gerät muss sich iOS 8.3 bereits befinden.

Wenn alles gut läuft, handelt es sich bei TaiG 2.0.0 um einen Ein-Klick-Jailbreak. Dazu wird das iPhone am Rechner angeschlossen, iTunes beendet und TaiG gestartet. Den ZIP-Ordner muss man nicht komplett entpacken, es steckt alles Wichtige in einer Datei. Anschließend läuft der Prozess durch und man erhält ein Gerät, auf dem Jailbreak samt Cydia vorhanden sind.

Doch es kann auch zu Problemen kommen. So bleibt TaiG manchmal bei 20 Prozent stehen, das iPhone startet immer wieder neu – es hängt in einer sogenannten Boot-Loop. Genau dieses Problem trat in unserem Versuch auf. Lösen konnten wir es durch die Installation einer älteren iTunes-Version. Gerüchten zufolge liegt das Problem an der 64-Bit-Version von iTunes, die alternative 32-Bit-Ausführung lies sich auf unserem Windows-8-Rechner aber nicht installieren. Entsprechend ist es sinnvoll, iTunes 12.1.0.71 (siehe oben) zu nutzen.

Ein weiteres Problem hängt ebenfalls mit iTunes zusammen: TaiG behauptet dann, Apples Treiber seien nicht installiert. Hier hilft nur eine komplette Deinstallation von iTunes inklusive aller Apple-Systemkomponenten mit anschließender Neuinstallation.

Kommt es an anderer Stelle zu Fehlern, helfen die üblichen Maßnahmen, die man in jedem Fall vor der Installation durchführen sollte. So muss man "Mein iPhone suchen" abschalten, die Code-Sperre und die PIN-Abfrage abdrehen. Auch die WLAN-Unterstützung darf nicht aktiviert sein.

Aktuell leidet der Jailbreak noch darunter, dass Cydia Substrate (ehemals Mobile Substrate) noch nicht für iOS 8.3 portiert wurde – und auf genau dieses Framework setzt ein Großteil der Jailbreak-Apps. An einer Anpassung des Frameworks wird aber bereits fleißig gearbeitet. Dieses Problem sollte sich in den nächsten Tagen von selbst geben.

[Update 25.06.15 15:06 Uhr:] Cydia liegt nun in einer aktualisiert Version vor, die iOS 8.3 unterstützt.[/Update]

Jailbreaks sind keine kleine Maßnahme. Wer sich dafür entscheidet, sein Gerät freizuschalten, sollte bedenken, dass er sich damit potenziell Angriffsflächen ins Haus holt. So warnt Apple selbst seit langem vor entsprechenden Modifikationen – und zwar mit deutlichen Worten: "Eine nicht autorisierte Änderung von iOS kann zu Sicherheitslücken, Instabilität, verkürzter Batterielaufzeit und anderen Problemen führen", heißt es auf der Apple-Supportwebsite. Hinzu kommt, dass der Hersteller die Gewährleistung ablehnen kann.

Entsprechend ist zu empfehlen, Jailbreaks nicht auf Produktivgeräten durchzuführen – sondern am besten iOS-Hardware zu verwenden, deren Nichtfunktion man gegebenenfalls verschmerzen kann. Zudem sollte man Jailbreak-Geräte möglichst nicht mit seiner Haupt-Apple-ID nutzen, sondern am besten einen eigene Account für diesen Zweck anlegen.

Unklar ist außerdem, was genau im TaiG-Code steckt. Quellen veröffentlichen die chinesischen Jailbreaker nicht – entsprechend gilt auch hier: Verwendung auf eigene Gefahr. Das Jailbreak-Team war zuvor bereits durch einen umstrittenen Alternativ-App-Store aufgefallen. (mit Material von Techstage) / (bsc)