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Ausprobiert: eSIM-Nutzung im Ausland mit dem iPhone XS

GigSky und Truphone bieten für relativ kleines Geld Auslands-eSIMs an, die die Datennutzung außerhalb der EU signifikant erleichtern können.

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Kauf der eSIM bei GigSky.

(Bild: GigSky)

Mac & i
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In der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum hat es der Smartphone-Nutzer einfach: Sein Datenvertrag kann zumeist einfach weiterverwendet werden und man surft im Internet und nutzt Apps wie in Deutschland gewohnt. Geht es mit dem Handy in die USA oder nach Asien, sieht die Sache schon anders aus: Insbesondere günstige Prepaid- oder Discounter-Tarife machen die Internet-Verwendung dort extrem teuer. Manch uninformierter User kam hier schon mit Rechnungen in Höhe von Hunderten von Euro zurück, auch wenn viele Provider mittlerweile zum Glück Sperren bieten, die bei zu großen Summen anschlagen.

Wer günstiger surfen will, braucht eine lokale SIM-Karte, die er in sein Handy einschieben muss. Hat es keine Dual-SIM-Funktion, ist dies nervig: Man bleibt nicht über seine reguläre, deutsche Nummer erreichbar. Hinzu kommt, dass mittlerweile in vielen Ländern beim Erwerb einer günstigen Daten-SIM ein längeres Prozedere zur Identifizierung mit dem Pass notwendig ist, das bestenfalls in einer Stunde erledigt, aber auch Tage dauern kann.

Besitzer von iPhone XS, XS Max und XR haben nun eine Alternative: Sie können eine eSIM fürs Ausland aktivieren. Aktuell werden diese von zwei Providern offeriert: GigSky und Truphone. Mac & i hatte die Gelegenheit, beide auszuprobieren. Es zeigte sich, dass die Dienste durchaus gut funktionieren, aber einige Fallstricke haben. (Übrigens: Für Googles Pixel-Smartphones gibt es entsprechende Angebote bislang nicht, auch das Pixel 3 ist zu dem trotz eSIM-Unterstützung nicht Dual-SIM-fähig.)

Sowohl für GigSky als auch für Truphone muss man sich zunächst die passende App herunterladen. Diese dient als Steuerzentrale, Anzeige- sowie Bezahlinstrument für die Tarife. Auch die eigentliche eSIM wird über diese generiert und dann ins iPhone geladen. Die Preise sind jeweils unterschiedlich und verschiedenartig gestrickt. So hat Truphone nur ein Paket für alle Länder, während GigSky auf bestimmte Weltregionen (etwa Asien oder die USA) beschränkt gekauft werden muss. Die für einige Tage Aufenthalt sicher sinnvollen GByte-Pakete beginnen bei GigSky ab 20 Dollar (1 GByte für 15 Tage), bei Truphone bei 15 Euro (1 GByte). Wer etwas mehr Daten braucht, kann sich für 42 Euro bei Truphone mit 3 GByte versorgen, bei GigSky kosten 2 GByte z.B. 30 Dollar.

In den Apps muss man seine Daten ausfüllen – neben der Anschrift vor allem die Kreditkarteninfos, über die die Tarife abgerechnet werden. Dann selektiert man das gewünschte Paket und leitet den Bezahlvorgang ein. Anschließend landet die eSIM automatisch auf dem iPhone. Die Apps erläutern jeweils, wie man sie aktiviert – dies erfolgt über die Systemeinstellungen im Bereich Mobilfunk. Es ist möglich, mehrere eSIMs im System zu haben und zwischen diesen zu wechseln, es gibt einen Ein- und Ausschalter für jede einzelne. Sowohl GigSky als auch Truphone bieten nur reine Datentarife, man belässt die Primärnummer für Telefonie und SMS also am besten auf seiner deutschen (physischen) SIM, stellt den Datenverkehr aber auf die eSIM um.

Das iPhone zeigt an, dass die eSIM aktiv ist – erkennbar, dass der Datentarif funktioniert, wird es, weil jeweils ein 3G- oder LTE-Symbol bei der eSIM auftaucht. GigSky meldet sich etwa mit "GigSky 4G", während Truphone den jeweiligen Provider anzeigt. Mit einem deutschen iPhone kann es je nach Land unterschiedliche Ergebnisse geben, da GigSky und Truphone mit verschiedenen Partnernetzen arbeiten. So bietet GigSky in Japan LTE-Abdeckung, während Truphone hier über den Partner Docomo nur 3G (UMTS) offeriert.

Mit aktiver Daten-eSIM surft man ganz normal. Wie viel Datenverkehr man verbraucht hat, lässt sich über die App ablesen. Hier zeigte sich Truphone wesentlich stabiler und schneller als GigSky. DIe Anzeige lässt sich mit einem Wisch nach unten (Refresh) aktualisieren, was bei aktiver Datenverbindung auch flott funktioniert. Die GigSky-App ist hingegen sehr langsam und braucht schon mal 30 Sekunden Bedenkzeit, wenn man sie nicht sogar abschießen muss. Die verbrauchte Datenmenge kann man über den Menüpunkt iPhone eSIM einsehen.

Im Betrieb hatten wir das Gefühl, dass Truphone langsamer und kundenfreundlicher abrechnet, GigSky kam uns flotter vor. Genau messen konnten wir dies bei unserem Auslandsaufenthalt allerdings nicht, zumal Truphone kurz vor Komplettverbrauch der Daten-eSIM dann doch noch einmal kräftig MBytes abzog.

Die eSIM-Nutzung mit GigSky und Truphone funktioniert wie beworben. Wer über eine Kreditkarte verfügt, kann sich schnell einen Datentarif buchen, der vergleichsweise günstig ist – vergleichsweise zumindest zu den deutschen Datentarifen für Asien oder die USA. Besonders die Tatsache, keine lokale Prepaid-Karte mehr besorgen zu müssen, gefiel uns. Dies dauert oft lange und ist mit nervigen Identifizierungsprozessen verbunden, die man sich mit der Auslands-eSIM sparen kann. (bsc)