Backup-Spezialist: Apple-Dateisystem APFS bremst Festplatten aus

Aufgrund von Leistungseinbußen taugen APFS-Festplattenlaufwerke nicht als vollwertiges Startvolume, warnt ein Hersteller von Backup-Software.

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Zugriffe auf das Dateisystem können erheblich langsamer erfolgen, wenn eine Festplatte mit APFS statt Apples altem HFS+ formatiert ist. Das Auflisten von Verzeichnissen und Dateien benötigt auf einem magnetischen Speichermedium unter APFS bis zu 20-Mal länger als wenn auf demselben Laufwerk HFS+ zum Einsatz kommt, wie aus ausgiebigen Tests des Entwicklers des populären Mac-Backup-Tools Carbon Copy Cloner hervorgeht.

Schon von Beginn an bestehe unter APFS auf einer magnetischen Festplatte im Vergleich zu HFS+ ein "signifikantes Leistungsdefizit", das mit dem Hinzufügen von Dateien zudem "linear weiter abnimmt", wie Bombich ausführt. Das Auflisten von Verzeichnissen (Enumeration) dauere anfangs unter APFS schon rund dreimal so lange, nach dem Hinzufügen und Löschen von Dateien nehme die Leistung weiter ab.

Dies zeigt sich beim manuellen Durchsuchen von Verzeichnissen und beim Verwenden des Info-Dialogs, wie der Entwickler erklärt. Besonders dramatisch mache sich das zudem beim Hochfahren bemerkbar: Aus einem Boot-Vorgang von 30 Sekunden könne so leicht eine Wartezeit von 8 Minuten werden. Auch nach dem Start würden sich viele Anwendungen zu Beginn sehr zäh anfühlen, meint Bombich. Man könne die APFS-Festplatte zwar noch als Not-Backup-System verwenden, wolle diese aber keinesfalls als Startlaufwerk für den Produktiveinsatz heranziehen – oder in Stresssituationen davon Dateien wiederherstellen.

Der Grund dafür sei, dass unter HFS+ die Metadaten des Dateisystems "verklumpt" sind, schreibt Bombich, so dass der Schreib-Lese-Kopf schnell und ohne größere Sprünge auf diese zugreifen könne. APFS legt die Metadaten stattdessen zusammen mit der jeweiligen Datei ab und verstreue sie so über das gesamte Laufwerk, was zu den Leistungseinbußen führe.

Sollte Apple keine "speziellen Zugeständnisse" in APFS mehr für magnetische Festplatten vornehmen, könnten diese "niemals eine akzeptable Leistung als Startlaufwerk" bieten, folgert Bombich. APFS biete aber viele andere sinnvolle Funktionen wie etwa Snapshots, die den Einsatz auf einer Festplatte dennoch interessant machen. Apple betonte schon bei der Vorstellung von APFS, dass das Dateisystem für SSDs optimiert ist.

Mit macOS 10.15 Catalina hat HFS+ als Dateisystem für Backup-Platten praktisch ausgedient: Ein Catalina-System lässt sich auf so formatierten Laufwerken nicht sichern, wie Bombich anmerkt, entsprechend wurde die Option für Backups von macOS Catalina auf HFS+-Laufwerken aus Carbon Copy Cloner entfernt.

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(lbe)