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Bei Apple Music soll weniger Umsatz an die Musik-Labels gehen

Offenbar versucht Apple derzeit, den Umsatzanteil der Musikunternehmen bei dem Streamingdienst zu senken. Die Verträge laufen bald aus.

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Apple Music auf Android-Geräten

Die App «Apple Music» auf einem Samsung Note 4 im Google Play-Store.

(Bild: dpa, Lukas Schulze)

Bislang zahlt Apple den Musikunternehmen bei Apple Music mehr als der Hauptkonkurrent Spotify. Das könnte sich nun ändern: Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldet, versucht der Konzern momentan, in neuen Verträgen den Umsatzanteil zu reduzieren. Die Vereinbarungen mit den großen Labels laufen Ende Juni aus. Sollten sich Apple und die Plattenfirmen nicht einigen können, gelten die alten Bedingungen aber wohl zunächst weiter, so informierte Kreise zu Bloomberg.

Apple will auf das Niveau von Spotify

Aktuell zahlt Apple 58 Prozent des Umsatzes von Apple Music, der durch Abogebühren anfällt, an die Labels. Spotify muss hingegen nur 52 Prozent abführen, was das schwedische Unternehmen kürzlich von 55 Prozent reduzieren konnte. Allerdings ist der neue Satz an Garantien beim Nutzerwachstum geknüpft. Dem Bericht zufolge sind die Musikfirmen gegenüber Apple durchaus zu Gesprächen bereit – allerdings nur, wenn der Dienst weiter wächst und "andere Bedingungen" erfüllt, zu deren Details es keine Angaben gibt.

Insgesamt sind die Musikfirmen optimistischer, was den Streamingmarkt anbetrifft. Dieser wuchs weltweit im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent – getrieben vor allem durch Apple Music und Spotify sowie Konkurrenzdienste wie Tidal.

Guter Deal für den Anfang

Apple soll für seine Apple-Music-Deals anfangs mehr gezahlt haben als notwendig, um möglichst viele Musikfirmen an Bord zu holen. Diese fürchteten, der Streamingdienst, bei dem man eine Monatsgebühr für den Zugriff auf viele Millionen Songs erhält, könnte das bisherige Bezahl'-pro-Song-Angebot iTunes Music Store kannibalisieren. Dies soll sich aber nur teilweise bewahrheitet haben. In den USA macht der Onlineverkauf von Musik derzeit noch 24 Prozent am Gesamtmarkt aus, wie die Plattenfirmenorganisation RIAA angab.

Die Musikfirmen fordern, dass Apple den iTunes Music Store weiter bewirbt – insbesondere in Märkten, in denen Streamingdienste sich nur langsam durchsetzen. Dazu zählen auch Deutschland und Japan, wo auch immer noch vergleichsweise viele CDs über den Ladentisch gehen. Apple Music hat weltweit laut eigenen Angaben mittlerweile 27 Millionen Kunden. Im Gegensatz zu Spotify gibt es keine werbefinanzierte Diensteschiene. (bsc)