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Berechnung: Was Apple eine Steuernachzahlung in Irland kosten würde

Ein Analyst hat ausgerechnet, wie teuer es für den iPhone-Hersteller maximal würde, sollte die EU-Kommission gegen ihn wegen seines irischen Steuersparmodells vorgehen.

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Apple

(Bild: dpa, David Ebener)

Eine seit längerem laufende Prüfung durch die EU-Kommission könnte für Apple teuer werden – dass es dabei um "erhebliche" Summen geht, hat der Konzern bereits in einem Börsenbericht öffentlich eingeräumt. Der Analyst Rod Hall vom Bankhaus J.P. Morgan hat nun nachgerechntet, um welche Zahlen es konkret geht: Demnach könnte Apple schlimmstenfalls ein Abzug auf die jährlichen Gewinne von nicht ganz 10 Prozent drohen.

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will herausfinden, ob es sich bei dem von Apple in Irland verwendeten Steuersparmodell, das mit den dortigen Finanzbehörden abgesprochen ist, um illegale Staatsbeihilfe handelt. Hall glaubt, dass Apple in einem "Worst-Case Scenario" die kompletten 12,5 Prozent Unternehmenssteuer auf insgesamt 153 Milliarden US-Dollar relevante Gewinne der letzten 10 Jahre zahlen müsste. Das wären dann insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Vergleicht man dies mit Apples gut gefüllter Kriegskasse, wäre dieser Betrag "größtenteils irrelevant", so Hall. Allerdings warnt er, dass die Auswirkungen in Zukunft signifikanter sein könnten: Der Analyst schätzt, dass derzeit 59 Prozent der Vorsteuergewinne, rund 42 Milliarden Dollar, durch Irland fließen, wobei dabei "fast keine Steuern" zu zahlen seien.

Apple hatte Ende 2014 rund 178 Milliarden Dollar auf der hohen Kante – mehr als die meisten anderen US-Industrien zusammen. Allerdings hat der Konzern mittlerweile begonnen, Schulden im Milliardenbereich zu machen, um seinen Investoren Dividenden zu bezahlen und Aktien zurückzukaufen. Das ist günstiger, als das Bargeld in die USA zu überführen. (bsc)