Apple Pay wird laut Studie bei 5 Prozent aller Kartenzahlungen genutzt

Analysten zufolge könnte der kontaktlose Bezahldienst bis Mitte des Jahrzehnts 10 Prozent Marktanteil erreichen. Es geht um ein Milliardengeschäft.

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Apple-Pay-Logo in einem Geschäft.

(Bild: dpa, Lino Mirgeler/dpa)

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Apple Pay hat seit seinem Start im Oktober 2014 ein starkes Wachstum hingelegt. Eine aktuelle Analyse der Research-Firma Bernstein geht davon aus, dass der Service, der mit iPhone und Apple Watch in Ladengeschäften sowie auf iPad und Mac auch in E-Commerce-Shops eingesetzt werden kann, mittlerweile fünf Prozent aller Kartenzahlungen weltweit ausmacht.

Bis 2025 sei es sogar möglich, dass Apple 10 Prozent Marktanteil erreicht. Es gebe "viele Gründe [in der Finanzindustrie] dafür, sich Sorgen zu machen, dass Apple versucht, das Ökosystem für Bezahlungen zu disruptieren", schreibt Bernstein in dem Report, der dem Magazin Quartz vorliegt.

Apples Servicegeschäft, das seit Jahren beständig wächst, machte im vierten Quartal 2019 einen Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 17 Prozent. Wie hoch der Anteil von Apple Pay war, ist unklar. Apple kassiert hier pro Bezahlung eine Gebühr, die in den USA bei 0,15 Prozent liegen soll. In der EU ist die Rate aufgrund der Bankenregulierung allerdings geringer.

Der Gesamtmarkt für digitale Bezahlungsdienstleistungen liegt aktuell bei einem Umsatz von einer Billion Dollar im Jahr weltweit – Visa und Mastercard allein führen Kreditkartenzahlungen im Wert von über 14 Billionen im Jahr durch. Kontaktlose Zahlungen sollen bis 2024 in den Vereinigten Staaten 1,5 Billionen Dollar erreichen, aktuell liegt die Summe laut Juniper Research bei knapp 180 Milliarden.

Apple ist bei weitem nicht der einzige Anbieter von mobilen Bezahllösungen. So spielen etwa auch Google und Samsung im NFC-Sektor mit – in China ist WeChat Pay quasi zweites offizielles Zahlungsmittel. Der Konzern kontrolliert allerdings sein eigenes Ökosystem stringent. So kann Apple Pay auch nur mit Apple-Hardware verwendet werden, die Schnittstelle steht zudem nur dem Konzern selbst offen und nicht etwa anderen Banken und Zahlungsdienstleistern. Allerdings stehen in verschiedenen Ländern gesetzgeberische Maßnahmen bevor, die dies ändern könnten.

Ob Apple Pay eines Tages die Kreditkartenanbieter an sich ersetzen könnte – beziehungsweise dieses überhaupt anstrebt –, bleibt unklar. Aktuell gibt es eine Art friedliche Koexistenz, da Visa, MasterCard, Amex und Co. einfach bei Apple Pay hinterlegt werden und die Bezahlungen weiter über deren Netzwerke ablaufen. Apple ist nur ein Intermediär, der die Bezahlvorgänge vereinfacht. So muss man etwa auch bei höheren Summen in vielen Weltregionen keine PIN eingeben, wenn man Apple Pay nutzt, weil sich der User vorab mittels Face ID, Touch ID oder Apple-Watch-PIN authentifiziert hat.

(bsc)