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Bericht: Apple verlor Milliarden mit Reparaturbetrug in China

AppleCare war im Reich der Mitte offenbar häufig mit betrügerischer oder geklauter Hardware konfrontiert. Mittlerweile soll das Problem gelöst sein.

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Apple-Store in China

Apple-Laden in China.

(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Betrügern und Dieben soll es gelungen sein, bei Apple in China mehrere Milliarden US-Dollar ergaunert zu haben – über systematischen Reparaturbetrug. Das meldet das IT-Nachrichtenportal The Information. Laut dem Bericht, der sich auf ehemalige Apple-Mitarbeiter stützt, gingen die Täter dabei organisiert vor. Sie stahlen oder kauften iPhones, entnahmen teure Komponenten wie Hauptprozessor oder Hauptplatine, tauschten sie gegen gefälschte Billighardware aus und brachten die manipulierten Geräte dann zu Apple. Anschließend beschäftigten sie Personen, die sich als "Kunden" ausgeben mussten.

Über Apples Ladengeschäfte und deren Genius Bar beauftragten sie dann eine Reparatur im Rahmen der Garantiezeit. Da Apple lange Zeit defekte Geräte nicht direkt reparierte, sondern Kunden neuwertige Austauschhardware anbot, erhielten die Betrüger nach einer Diagnose funktionierende Geräte zurück. Diese wurden dann weiterverkauft. Die Banden sollen mit Kofferladungen voller iPhones angekommen sein.

Die Betrügereien sollen vor allem in der Shenzhen aufgetreten sein, wo Apples Fertiger Foxconn auch ein großes Werk betreibt und viele Lieferanten des Konzerns sitzen. 2012 sollen die Reparaturen von 200 auf mehr als 2000 hochgegangen sein – innerhalb eines halben Jahres. Das sei das Dreifache eines großen Ladengeschäftes in New York. Die Genius-Bar-Besatzung habe defekte Geräte, die keine offensichtlichen Schäden hatten, anfangs direkt umgetauscht.

Apple änderte schließlich sein Vorgehen und führte in China ein Online-Reservierungssystem ein. Zudem mussten Kunden den Besitz der Geräte nachweisen und es kam eine Software zum Einsatz, mit der schnell gefälschte Bauteile identifiziert werden können. Die Banden reagierten jedoch und nutzten valide Seriennummern sowie echte Kundendaten, die sie erworben hatten. Apple sicherte sich weiter ab, indem Akkus und Hauptprozessoren mit neuen Beschichtungen ausgestattet wurden, die sich überprüfen lassen – so ist feststellbar, ob an Geräten Manipulationen erfolgten.

Die Maßnahmen sollen mittlerweile gegriffen haben – Reparaturanfragen beim iPhone seien nun "nur" noch zu 20 Prozent betrügerisch in der Region Greater China. Zuvor lag die Rate in der Spitze bei 60 Prozent, so The Information. (bsc)