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Bericht: Apple verspielte Siris Vorsprung durch interne Querelen

Ein wackliger Unterbau, mehrfache Management-Wechsel und Grabenkämpfe haben einem Bericht zufolge die Weiterentwicklung von Apples Sprachassistenzsystem massiv behindert.

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App "Siri"

Siri ist inzwischen auf allen Apple-Plattformen präsent – die Fähigkeiten variieren aber stark.

(Bild: dpa, Alexander Heinl)

Die Sprachassistentin Siri hat bei Apple schon kurz nach der Übernahme im Jahr 2010 zu Querelen geführt: Die verschiedenen an der Entwicklung beteiligten Teams seien von Beginn an in “kleinliche Grabenkämpfe und hitzige Diskussionen” verstrickt gewesen, wie The Information unter Verweis auf Interviews mit mehreren ehemaligen Mitarbeitern des Konzerns berichtet.

Es hätten nicht nur grundsätzliche Unstimmigkeiten über die zukünftige Ausrichtung des Sprachassistenzsystems bestanden, sondern auch verschiedene Probleme beim Management: Der erste für Siri zuständige Apple-Manager habe zum Beispiel – in Anlehnung an iOS – nur einmal pro Jahr Neuerungen einführen wollen statt – wie sonst bei Cloud-Diensten üblich – kontinuierlich Updates einzupflegen.

Das Siri-Team hat inzwischen mehrfach die Führung gewechselt und steht inzwischen unter der Leitung von Apples Software-Chef Craig Federighi, der sowohl für die Weiterentwicklung von iOS als auch macOS verantwortlich ist.

Hinzu kamen dem Bericht zufolge schwerwiegende technische Probleme, da das System nach dem Verkaufsstart des iPhone 4s im Jahr 2011 eine plötzlich immense Zahl an Nutzern nicht mehr bewältigen konnte – und deshalb erst über einen langen Zeitraum modernisiert und effizienter gemacht werden musste.

Nach Informationen von The Information war das Siri-Team außerdem lange von anderen Projekten abgeschottet und habe zum Beispiel erst 2015 vom HomePod erfahren, der zu diesem Zeitpunkt bereits länger in Entwicklung war. Der Konzern habe ursprünglich geplant, den WLAN-Lautsprecher ohne Siri-Unterstützung auf den Markt zu bringen – nach der Einführung von Amazons Echo im Jahr 2014 die Pläne aber offenbar überdacht.

Erst nach vielen Jahren hat Apple es geschafft, das einst erweiterbare System Siri wieder für Dritt-Entwickler zu öffnen, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang. Bislang hat Apple die wenigen von Siri unterstützen App-Kategorien nur langsam ausgebaut, angeblich haben mehrere beteiligte Entwickler den Konzern bereits wieder verlassen – oder hätten sich intern einem anderen Projekt zugewendet.

Man habe “signifikante Fortschritte bei Leistung, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit” von Siri erzielt, teilte Apple in einer Stellungnahme mit und man werde weiter erheblich in die Bereiche maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz investieren, um das Sprachassistenzsystem zu verbessern.

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(lbe)