Menü
Mac & i

Bericht: Huawei interessiert sich für Apple-Geheimnisse

Mitarbeiter des chinesischen Konzerns sollen angeblich versucht haben, Details zu den Apple-Watch-Sensoren aus der Lieferkette zu erfahren.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 9 Beiträge
Huawei-Uhr

Huawei-Chef Richard Yu stellt eine neue Smartwatch seines Unternehmens beim Mobile World Congress vor.

(Bild: dpa, Alberto Estevez)

Der chinesische Telekom- und Smartphone-Riese Huawei soll aktiv versucht haben, an Informationen von Apples Auftragsfertigern zu gelangen. Dabei werden diesen angeblich eigene lukrative Großbestellungen angeboten, nur um dann in Gesprächen mit Ingenieuren zu versuchen, Details zu vom iPhone-Hersteller verwendeten Techniken zu erfahren. Das berichtet der amerikanische IT-Newsdienst The Information unter Berufung auf informierte Kreise.

Ein konkretes Beispiel, das in der Meldung genannt wird, ist der Lieferant für den wichtigen Herzfrequenzsensor der Apple Watch. Mit diesem traf sich ein Huawei-Ingenieur zusammen mit vier Huawei-Ingenieuren. Das Meeting habe anderthalb Stunden gedauert, währenddessen versucht wurde, Details über die Apple-Computeruhr zu erfahren. "Die haben ihr Glück versucht, aber wir wollten ihnen nichts erzählen", so ein Manager des Auftragsfertigers gegenüber The Information. Das Huawei-Team soll dann gegangen sein und es kam zu keinem weiteren Kontakt.

The Information behauptet weiter, dieses Beispiel stehe für ein "Muster dubioser Taktiken", die Huawei insbesondere bei Apples chinesischen Lieferanten anwende. Ein Huawei-Sprecher kommentierte, im Rahmen der Forschung und Entwicklung müssten Mitarbeiter sich nach öffentlich verfügbaren Informationen umsehen und diese verwenden. Dabei würde das geistige Eigentum Dritter beachtet, "wie es unsere Business-Conduct-Regeln [besagen]".

In den USA läuft aktuell ein Verfahren des Justizministeriums gegen Huawei – unter anderem wegen des Vorwurfs von Technikklau. Die amerikanischen Ankläger werfen Huawei unter anderem vor, ein Programm aufgelegt zu haben, über das Mitarbeiter angeblich für das Stehlen von Informationen mit Boni belohnt werden – je nach Wert der Infos. Der Konzern wehrt sich gegen alle Vorwürfe. (bsc)