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Bericht: Tim Cook drückt bei Apples Servicegeschäft aufs Gas

Seit 2014 schon soll der Apple-Boss versuchen, mehr Geld aus Content und Diensten herauszuholen. Seine Mitarbeiter hatten's nicht leicht.

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Kunde, Apple-Logo.

(Bild: dpa, Andy Wong)

Videostreaming, Spieleservice, "Netflix für News": Das heutige "It's show time"-Event von Apple ist die Kulmination harter Arbeit des Konzerns über mehrere Jahre, die direkt unter Tim Cooks Kontrolle stand. Das zumindest berichtet das Wall Street Journal in seiner Montagsausgabe. Bereits seit 2014 werkeln die Apple-Mitarbeiter an dem massiven Ausbau des Dienstegeschäfts – da war die Einführung von Apple Music vor drei Jahren mit seinen mittlerweile gut 50 Millionen Mitgliedern nur der Anfang.

Cooks Absicht ist es, den Konzern unabhängiger vom zyklischen Hardware-Geschäft zu machen – und hier insbesondere potenzielle Einbrüche im iPhone-Segment abzufedern. Dienste, so die Idee, laufen quasi immer – und Appke hat mit über einer Milliarde aktiver Geräte (iOS, Mac, Apple TV) im Markt eine äußerst solide Basis zum Verkauf solcher "Addons".

Cook hat hier offenbar hohe Ansprüche. Vor dem Start von Apple Music sagte ihm das Team, es rechne mit 10 Millionen Kunden im ersten Jahr. "Verdoppelt das", soll Cook darauf entgegnet haben. Abodienste sind auch deshalb notwendig, weil Verkauf und Vermietung von Einzelinhalten mächtig stottern. So soll Apple 2012 noch 50 Prozent dieses Marktes "im Sack" gehabt haben, mittlerweile sank die Quote auf 20 bis 35 Prozent (Zahlen von 2017).

Vor zwei Jahren engagierte der Konzern ein eigenes Produzententeam, das von Sony Pictures Television kam und unter anderem "Breaking Bad" entwickelt hatte. Seither geht es in Sachen Content Schlag auf Schlag und mit großem Staraufgebaut voran. Apple will offenbar auch seine Strategie ändern, was den Vertrieb anbetrifft. Apple Music ist mittlerweile neben Android auch auf Amazons Echo-Lautsprechern (in den USA) zu haben. Content wird auch über Smart-TVs vertrieben. Man habe anfangs den Fehler gemacht, zu glauben, es ginge nur allein, zitiert das WSJ einen Apple-Manager. Auch jetzt sei man noch nicht da, wo man sein wolle.

Tim Cook kümmert sich intensiv um das Thema. Einmal im Monat gibt es ein großes Treffen, bei dem die Services-Teams reportieren müssen. Da könne man nicht sagen, man habe keine Informationen, man hole die später. "Die Leute haben besser ein Lexikon als Backup dabei." (bsc)