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Bericht: iOS-11-Golden-Master-Leak kam von "verärgertem Apple-Mitarbeiter"

Mit dem am Wochenende veröffentlichten GM wurden zahlreiche Geheimnisse der "iPhone 8"-Vorstellung vorab gelüftet. Der Leaker sei wohl die "unbeliebteste Person in ganz Cupertino", schreibt ein gut informierter Blogger.

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iPhone 7

Vom iPhone 7, das 2016 vorgestellt wurde, war vorab weniger bekannt als vom "iPhone 8".

(Bild: dpa, Monica Davey)

Apples iPhone-Event am morgigen Dienstag wurde vorab schwer beschädigt: Am Wochenende kam es zum Leak der Golden-Master-Version von iOS 11 – und zwar offenbar inklusive der Firmware der neuen Modelle. Verantwortlich für das Durchstechen scheint ein Apple-Mitarbeiter zu sein, wie der in Cupertino gut vernetzte Apple-Blogger John Gruber herausgefunden hat. Es sei "die bewusst böswillige Tat eines schurkischen Apple-Mitarbeiters" gewesen. AppleInsider wiederum schreibt von einem "verärgerten" Angestellten Cupertinos.

Warum derjenige oder diejenige den Leak durchführte, ist noch unklar. Die Firmware scheint offen auf Apples Servern gelegen zu haben, die notwendige URL sei aber "lang und nicht erratbar" gewesen, so Gruber. Laut BBC schickte eine anonyme Quelle sowohl 9to5Mac als auch MacRumors den Link. Analysiert wurde das iOS-11-GM-Release dann von den beiden iOS-Hackern Guilherme Rambo und Steve Troughton-Smith, die schon zuvor iOS-Vorabversionen auseinandergenommen hatten.

In der Firmware zu finden war unter anderem die Tatsache, dass Apples neues Topmodell wohl "iPhone X" (statt wie bisher angenommen "iPhone 8") heißen wird, es gab Bilder neuer Varianten von Apple Watch und AirPods sowie Setup-Screens für die neue Gesichtserkennung Face ID und ein auf Gesichtserkennung basierendes Emoji-Animationsverfahren namens Animoji. Die zu früh entfleuchte Firmware erinnert an einen ähnlichen Leak der Software für Apples noch unveröffentlichten smarten Lautsprecher HomePod. Dessen Firmware hatte unter anderem das erste offizielle Formfaktor-Bild des "iPhone 8" (alias "iPhone X") enthalten.

Apple-Blogger Gruber schreibt weiter, er sei sich "nahezu sicher", dass es sich bei dem Leak der iOS-11-GM-Version nicht um einen Fehler gehandelt habe. "Mehr Überraschungen wurden durch diesen Leak verdorben als durch jeden anderen Leak in Apples Geschichte." In einem weiteren Artikel schreibt er, Apple werde mit großer Wahrscheinlichkeit "herausfinden, wer es war". "Wer auch immer diese URLs geleakt hat, war sich bewusst, dass es sich um einen Leak handelt, der einen unglaublichen Schaden anrichtet." Die Person, so Gruber, "solle sich schämen". Er oder sie müssten sich "große Sorgen machen, wenn ihr Telefon das nächste Mal klingelt".

Apple hatte zuletzt seine internen Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. Offenbar kommen die meisten Leaks mittlerweile aus Cupertino selbst – und nicht wie zuvor aus der Lieferkette. Interessanterweise wurde allerdings sogar eine Präsentation über die Bekämpfung von Leaks wiederum an die Presse geleakt – in Form einer Aufzeichnung. (bsc)