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Bernie Sanders: Scharfe Kritik an Apples Plan gegen US-Wohnungsnot

Der linke Präsidentschaftskandidat meint, Apple habe die Krise in Kalifornien selbst mitausgelöst. Der Konzern solle lieber seine "gerechten Steuern" zahlen.

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Bernie Sanders im Wahlkampf.

(Bild: Michael Vadon CC-BY-SA 2.0)

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Apples am Montag groß angekündigte Kampagne gegen Wohnungsnot in seinem Heimatbundesstaat Kalifornien kommt nicht bei allen US-Politikern gut an.

Bernie Sanders, einer der Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, übte in einem Statement scharfe Kritik an Apples Plan.

Der sei "heuchlerisch", weil Apple selbst einer der Hauptauslöser eben jener Probleme sei. Der Konzern habe lediglich angekündigt, ins Geschäft mit Wohnungskrediten einzusteigen, "um davon abzulenken, dass er selbst die kalifornische Wohnungskrise mitgeschaffen hat, während er 800 Millionen US-Dollar an Steuersubventionen einstrich". Apple habe eine Viertelbillion Dollar Offshore gehalten, ohne darauf Milliarden Dollar Steuern zu zahlen, erklärte Sanders. Wenn Konzerne wie Apple "ihren fairen Anteil" zahlten, könne man auch investieren, um den Amerikanern bezahlbaren Wohnraum zu geben.

Insgesamt hatte Apple angekündigt, 2,5 Milliarden Dollar für die Bekämpfung der Wohnungsnot in Kalifornien bereitzustellen. Auch Konkurrenten wie Facebook, Google oder Microsoft legen ähnliche Programme auf. In Zusammenarbeit mit dem US-Bundesstaat Kalifornien will der iPhone-Konzern mit einer Milliarde US-Dollar die Errichtung neuen Wohnraums für Geringverdiener und mittlere Einkommensschichten finanzieren. Eine weitere Milliarde Dollar soll dem Bundesstaat dabei helfen, mehr Hauskäufer bei der Finanzierung und Abbezahlung der Kredite zu unterstützen.

Alle durch die Investition in den nächsten fünf Jahren erzielten Gewinne würden erneut bezahlbarem Wohnraum zugute kommen, heißt es weiter. Apple will weiterhin ein Grundstück in San Jose im Wert von 300 Millionen Dollar für die Errichtung bezahlbaren Wohnraums bereitstellen und 150 Millionen Dollar in den "Bay Area Housing Fund" einzahlen. 50 Millionen Dollar gehen an eine Initiative gegen Obdachlosigkeit. Konzernchef Tim Cook sagte, zu viele Menschen in Kalifornien könnten sich keine Wohnung mehr leisten.

Sanders sieht in dem Programm nur ein Ablenkungsmanöver. 134.000 Kalifornier seien von Wohnungslosigkeit bedroht. Mieter müssten im Schnitt 34,69 Dollar pro Stunde verdienen, um sich das typische Zwei-Raum-Apartment leisten zu können. "Wenn wir Donald Trump besiegen, werden wir dafür sorgen, dass Firmen wie Apple ihren gerechten Anteil zahlen." (bsc)