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Bildschirmzeit-Kontroverse: Apple-Manager betont Sicherheitsaspekt

Apple hat diverse Apps gesperrt, die die Smartphone-Nutzung kontrollieren. Das sei auch richtig so, betont App-Store-Boss Phil Schiller.

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Phil Schiller, Marketingchef von Apple, bei der Präsentation des neuen iPad mini.

(Bild: dpa, Screenshot: Apple)

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Warum hat Apple über das vergangene Jahr zahlreiche Apps zum Kinderschutz und zur Kontrolle der iPhone- und iPad-Nutzung aus dem App Store gestrichen? Seit wenigen Tagen tobt darüber eine Kontroverse, angestoßen durch einen Artikel in der New York Times. Apple fühlt sich in dem Beitrag allerdings nicht korrekt repräsentiert, wie Phil Schiller, der mächtige Marketingchef des Konzerns und gleichzeitig für die App-Store-Angebote verantwortlich, in einer E-Mail an einen Nutzer mitteilte.

"Unglücklicherweise enthält der Artikel der New York Times, auf den Sie verweisen, nicht unser gesamtes Statement und erklärt auch nicht die Risiken für Kinder, hätte Apple nicht für diese gehandelt." Schiller zufolge ist der Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit im Apple-Ökosystem "von höchstem Rang". Deshalb verbiete man Apps, die diese für die Kunden bedrohten. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Website mittlerweile ein weiteres öffentliches Statement, in dem man dies betont.

Darin schreibt der Konzern, man sei darauf aufmerksam geworden, dass "mehrere dieser Kindersicherungs-Apps eine stark eingreifende Technologie namens Mobile Device Management oder MDM" verwendeten. MDM ermögliche Drittanbietern die Kontrolle und den Zugriff auf ein Gerät und seine sensibelsten Informationen, einschließlich Nutzerstandort, App-Nutzung, E-Mail-Konten, Kameraberechtigungen und Browserverlauf. "Wir haben bereits Anfang 2017 begonnen, die Verwendung von MDM durch nicht unternehmenseigene Entwickler zu untersuchen und unsere Richtlinien auf der Grundlage der Erkenntnisse Mitte 2017 aktualisiert." Die nun gesperrten Apps missachteten diese. Apple habe den Entwicklern aber 30 Tage Zeit gegeben, "eine aktualisierte App einzureichen, um eine Unterbrechung der Verfügbarkeit im App Store zu vermeiden". Mehrere Entwickler haben daraufhin Updates veröffentlicht, sagt Apple – wobei dies ohne Einschränkung der Funktionalität kaum geht.

Entwickler hatten gegenüber der New York Times zuvor kritisiert, dass die Kontrollmechanismen von Apples eigener Bildschirmzeit keinen umfassenden Schutz für Kinder bieten. Der in iOS integrierte Schutz blockiert etwa nur im Apple-Browser Safari Content für Erwachsene, nicht jedoch in anderen Web-Tools, die es für das mobile Betriebssystem vielfach gibt.

Mittlerweile kritisierte auch ein Ex-Apple-Manager des Ansatz des Konzerns. Tony Fadell, der als "Vater des iPod" gilt, schrieb auf Twitter, Apples Bildschirmzeit sei ein "Rush Job" und habe "viele Löcher und Defizite". Er forderte den Konzern auf, "mehr Optionen und Zugriff für verschiedene Apps und Kontrollmöglichkeiten" zu erteilen. Diese sollten auch Nischenanwendungen abdecken, so Fadell. (bsc)