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Börse zittert vor den Apple-Zahlen

Am Freitag fiel die Apple-Aktie erneut um 1,16 Prozent und steht nun mehr als 20 US-Dollar unter dem Höchstkurs. Analysten befürchten, dass die iPhone-X-Verkäufe schlechter laufen als erwartet. Am 1. Mai kommen die Zahlen.

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Apple-Logo an Apple-Laden.

(Bild: dpa, Mark Lennihan/AP)

Vor den am Abend des 1. Mai (MEZ) anstehenden Apple-Quartalszahlen mit Apple-Konzernchef Tim Cook und Chief Financial Officer Luca Maestri zeigt sich die Wall Street zittrig. Die Anteilsscheine des iPhone-Konzerns an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ waren am Freitag einmal mehr um über 1 Prozent gefallen – auf 162,32 US-Dollar. Dieser Kurs liegt signifikant unter dem 52-Wochen-Hoch von 183,50 US-Dollar. Im vorbörslichen Handel zeigen sich die Papiere aktuell allerdings leicht im Plus.

An der US-Börse sind sich Analysten und Marktteilnehmer unsicher, wie gut Apples Geschäfte im ersten Finanzquartal wirklich liefen. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte, laut denen insbesondere das Geschäft mit dem High-End-Gerät iPhone X (in Deutschland bis zu 1320 Euro teuer) schlechter läuft als erwartet.

So liefert Samsung angeblich weniger OLED-Panels an Apple als erhofft, zudem senkte Apples einziger SoC-Hersteller für das Gerät, TSMC, zunächst seine Prognosen. Erst vor kurzem behauptete außerdem ein Marktforschungsunternehmen, die Verkäufe von iPhone 8 und 8 Plus hätten das iPhone X eingeholt.

Mancher Börsianer meint, der Markt befinde sich in Sachen Apple "im totalen Panikmodus". Dies hätten die Gerüchte aus der Lieferkette ausgelöst. Zudem hatte das Bankhaus Morgan Stanley seine iPhone-Verkaufsvorhersage für Juli von 40,5 Millionen Einheiten auf 34 Millionen gesenkt, zuvor hatte die Börse mehrheitlich sogar an 43 Millionen Einheiten geglaubt. Auch andere Institute und Analysehäuser gehen von geringeren iPhone-Verkäufen aus, die sich auf die Umsatzzahlen auswirken könnten.

Laut der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg dürften die Apple-Zahlen ein "iPhone-Wachstumsproblem" zeigen. Das iPhone X habe nicht die Zahlen geliefert, die der Hype um das Gerät versprochen habe. An der Wall Street glaubt man nun daran, dass die iPhone-Verkäufe nur um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnten. Im nächsten Quartal sollen sie gar um 5 Prozent fallen.

Allerdings könnte Apple die Börse über eine Erhöhung seiner Dividendenzahlungen sowie dickere Aktienrückkäufe milde stimmen. Einige Analysten meinen gar, dass eine Sonderzahlung anstehen könnte. Apple hatte kürzlich erklärt, gut 160 Milliarden Dollar in die USA zurückführen zu wollen, die aktuell im Ausland lagern. Diese Summe will der Konzern auf Null zurückführen – entweder mit größeren Übernahmen oder (wahrscheinlicher) besagten Zusatzzahlungen an die Aktionäre.

[Update 30.04.18 22:00 Uhr:] Im Laufe des Montags hat sich die Apple-Aktie erholt, die Papiere gingen mit einem Plus von 1,81 Prozent bei 165,26 Dollar aus dem Handel. Grund für die Erholung sind Börsianern zufolge besagte Hoffnungen auf ein erweitertes Dividenden- und Buyback-Programm des Konzerns.

So glaubt das Bankhaus Morgan Stanley, das Apple hier in den kommenden Jahren 150 Milliarden Dollar investieren wird, Citi erwartet 100 Milliarden. Insgesamt sollen in den nächsten 36 Monaten laut Morgan Stanley 210 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe und 52 Milliarden Dollar in Dividenden fließen. (bsc)