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Browser-Entwickler wirft Apple Machtmissbrauch vor

Apple wolle eine Alternative zum vorinstallierten Browser Safari aus dem App Store werfen, weil diese Server-seitig auf Googles Chromium statt Apples WebKit setzt, beklagt die Firma CloudMosa.

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Puffin Browser

Der Browser Puffin hat sein zehn Monaten kein Update erhalten – neue Versionen werden angeblich von Apple blockiert.

Apples enge Vorgaben für Browser-Entwickler sind erneut in die Kritik geraten: Der Konzern nutze seine Machtstellung und die Kontrolle über den App Store dafür aus, konkurrierende Browser zu “sabotieren”, lautet der Vorwurf des Browser-Herstellers CloudMosa. Der iPhone-Konzern habe inzwischen mehrere für den Browser “Puffin” eingereichte Updates abgelehnt und wolle diesen “vom iPhone entfernen”.

Als Grund führte Apple nach CloudMosas Angabe ins Feld, dass Puffin nicht wie vorgeschrieben Apples WebKit-Engine zur Darstellung von Web-Inhalten nutzt. Man setze statt WebKit auf Chromium, erklärt der Puffin-Entwickler – allerdings Server-seitig: Der Webseiten-Abruf erfolge in der Cloud, um die Inhalte schneller auf das Gerät zu bringen und dabei Datenvolumen zu sparen.

Man habe die Ablehnung angefochten, aber Apple beharre darauf, auch die "Gerichtsbarkeit über unsere Server-seitige Technik zu haben", so der CloudMousa-Chef Shioupyn Shen – der Konzern sei wohl besorgt über die wachsende Konkurrenz zum vorinstallierten Browser Safari.

Es sei völlig okay, dass Apple strikte Richtlinien zum Schutz der Nutzer hat, führt der CloudMosa-Chef aus, es sei aber “nicht cool”, dass Apple diese Richtlinien auch einsetze, um seine eigenen Interessen zu stärken – dies sei illegal und verstoße gegen Kartellrecht.

Apple schreibt Browser-Anbietern seit jeher vor, zur Darstellung von Web-Inhalten die hauseigene Engine WebKit sowie WebKit JavaScript einzusetzen – alternative Engines sind generell untersagt. Große Browser-Hersteller mit eigener Engine haben sich dieser Richtlinie längst gefügt, um ihre Software auf iPhone und iPad zu bringen, darunter etwa Google Chrome, Firefox und jüngst Microsoft Edge. Alle müssen in ihrer iOS-Version WebKit einsetzen, bei diesen Browsern erfolgt der Webseiten-Abruf aber lokal direkt auf dem Gerät.

Warum sich Apple plötzlich an der von Puffin verwendeten Technik stört, bleibt unklar. Der Browser ist bereits seit vielen Jahren im App Store erhältlich – und derzeit auch weiterhin dort zu finden. Andere Browser wie Opera Mini, die Webseiten ebenso über einen eigenen Proxy-Server abrufen, sind unverändert im App Store vertreten.

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(lbe)