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Chemische Analyse: In der Apple Card ist nicht nur Titan

Metallurgen haben die Metallkreditkarte des iPhone-Herstellers untersucht. Das schwer biegsame Material ist eine Titan-Alu-Legierung.

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(Bild: Apple)

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Apples erste Kreditkarte beschäftigt nun auch Materialwissenschaftler. Ein US-Magazin hat einen Forscher mit Rasterelektronenmikroskop beauftragt, um zu überprüfen, ob die aktuell nur in den USA erhältliche Apple Card wirklich wie vom Hersteller behauptet aus Titan besteht.

Dabei kam heraus: Es handelt sich um eine Legierung aus Titan und Aluminium. Immerhin 90 Prozent davon sollen allerdings das Übergangsmetall sein, wie Hans-Rudolf Wenk von der University of California in Berkeley gegenüber Bloomberg Businessweek in seinem Untersuchungsbericht angab. Die Analyse wurde bereits Anfang September durchgeführt.

Apple hatte zuvor in einem "Supportdokument" zu seiner Karte mitgeteilt, es handle sich bei der Card um ein Produkt, dessen Titan mit einem "mehrfachen Beschichtungsprozess" versehen sei. So entsteht der weißlich-matte Look. Ganze dreizehn Mal wird das Wort "Titan" in dem Dokument erwähnt, Apple ist augenscheinlich reichlich stolz auf die metallurgische Zusammensetzung seiner Kreditkarte.

Neu ist der Einsatz von Titan im Hause Apple sowieso nicht. Noch bis 2004 verkaufte das Unternehmen mit dem PowerBook G4 ein Gerät, in dessen Gehäuseummantelung Titan steckte, weshalb die Verwender es liebevoll "TiBook" tauften. Weiterhin gibt es Spekulationen, laut denen die kommende Apple Watch Series 5 erstmals mit Titangehäuse ausgeliefert werden könnte – sie wird womöglich schon heute präsentiert.

Gänzlich ohne Nachteile ist Apples Titaneinsatz allerdings nicht. Zumindest bei der Apple Card erweist sich das Metall zumindest in Verbindung mit dem Beschichtungsverfahren des Konzerns als leidlich anfällig. So beschwerten sich Erstnutzer schon nach wenigen Wochen über Kratzer in der Kreditkarte, die sich auch mit Mühe, gutem Willen und Politur nicht entfernen ließen.

Apple selbst räumte ein, dass der Geldbeutel, in dem die Card steckt möglichst aus "weichen Materialien" bestehen solle und man am besten keine zwei Karten in einem Fach unterbringt, weil es sonst Kratzer im Titan geben kann. Zur Reinigung seien nur angefeuchtete Mikrofasertücher oder Isopropylalkohol erlaubt. (bsc)