China droht Apple mit Aufnahme auf Liste "unzuverlässiger Firmen"

Eine staatlich gelenkte Zeitung schreibt, dass sich das Land an den USA rächen könnte. Dort hatte man Geräte von Huawei verbannt.

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(Bild: rongyiquan/Shutterstock.com)

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Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) erwägt, Apple auf die sogenannte Unreliable Entity List zu setzen. Auf dieser Liste stehen Unternehmen, die der Volksrepublik China als "unzuverlässig" gelten und die deshalb mit Beschränkungen auf dem Markt des Reichs der Mitte rechnen müssen – genauso wie mit intensiven Überprüfungen staatlicher Stellen. Entsprechende Andeutungen machte die in englischer Sprache erscheinende Zeitung Global Times am Freitag, die von dem offiziellen Parteiorgan People's Daily herausgegeben wird. Deren Haltung wiederum entspricht der der KPCh.

Direkter Grund für die potenzielle Aufnahme Apples in die Liste "unzuverlässiger Firmen" soll die Tatsache sein, dass die amerikanische Regierung dem größten chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei weiterhin im Rahmen des andauernden Handelskriegs Schwierigkeiten macht. So dürfen öffentliche US-Stellen keine Smartphones von dem Unternehmen mehr kaufen und auch zahlreichen Firmen wird dies angeraten. Zudem belegen die Amerikaner Firmen mit Sanktionen, die Geschäfte mit Huawei machen – so musste sich das Unternehmen etwa Alternativen zu Googles Play Store suchen.

"Wenn die USA den chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei weiter unter Druck setzt, indem etwa Firmen wie TSMC blockiert werden, Chips an die Firma zu liefern, wird China Gegenmaßnahmen ergreifen", so die Global Times unter Berufung auf "eigene Quellen". Für Apple könne das "Restriktionen" bedeuten. Was das konkret heißt, ist unklar. Apple ist in China auf mehrfache Sicht betroffen: So ist das Reich der Mitte zweitgrößter Markt für iPhone & Co. hinter den Vereinigten Staaten und das Land ist größter Produktionsstandort – auch wenn Apple aktiv versucht, neue Fertigerregionen aufzutun.

Direkter Grund für die Drohung der chinesischen Regierung gegen Apple sind neue Regelungen des US-Handelsministeriums, mit denen auf den Einkauf von Halbleitern durch Huawei "strategisch abgezielt" werde, sofern diese ein "direktes Produkt bestimmter amerikanischer Software und Technologien" seien.

Apple ist nicht die einzige US-Firma, der ein Eintrag in die Unreliable Entity List droht. Auch der Chiphersteller Qualcomm, der Netzwerkkonzern Cisco und der Flugzeugbauer Boeing könnten darauf landen. China werde dabei Gesetze und Regularien wie die "Überprüfungsmaßnahmen zur Cybersicherheit" oder das Anti-Monopol-Gesetz einsetzen, so die Global Times. (bsc)