China-iPhone soll angeblich auf chinesische Speicherchips setzen

Apple verhandelt angeblich mit einem staatsnahen chinesischen Zulieferer über den Bezug von NAND-Flash. Dieser solle künftig in iPhones für den lokalen Markt zum Einsatz kommen – statt wie bisher Speicherchips aus Japan, Südkorea und USA.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 10 Beiträge
iPhone

China ist derzeit Apples drittgrößter Markt.

(Bild: dpa, Diego Azubel)

Von
  • Leo Becker

In China verkaufte iPhones könnten künftig auf Speicherchips eines lokalen Herstellers setzen: Apple verhandle mit dem staatsnahen Unternehmen Yangtze Memory Technologies über die Lieferung von NAND-Flash, wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtet. Es wäre das erste Mal, dass Apple NAND-Speicher von einem chinesischen Speicherchip-Produzenten bezieht, bislang setzt der Konzern dafür auf Zuliefer in Japan, Südkorea sowie den USA.

Die Speicherchips des chinesischen Herstellers sollen dem Bericht zufolge speziell in den für den chinesischen Markt gedachten iPhone-Modellen und anderer Apple-Hardware zum Einsatz kommen. Ob Apple unter Druck der chinesischen Regierung stehe, künftig auf lokal produzierte Speicherchips zu setzen, bleibe unklar, merkt die Wirtschaftszeitung an – es könne dem Unternehmen aber in jedem Fall helfen, das China-Geschäft zu vergrößern.

Bis Yangtze Memory Technologies in der Lage ist, genug Speicherchips für iPhones zu produzieren, würden voraussichtlich noch ein bis zwei Jahre vergehen, so Nikkei – die NAND-Flash-Produktion laufe erst 2018 an. Marktforschern zufolge ist Apple der global größte Käufer von Flash-Chips und sorgt für rund 15 Prozent der weltweiten Nachfrage.

Apple, das Multimilliarden-Umsätze auf dem chinesischen Markt einfährt, kam in den vergangenen Monaten mehrfach den Vorgaben der chinesischen Regierung nach: So wurden etwa VPN-Clients und VoIP-Apps aus dem chinesischen App Store entfernt und die Daten chinesischer iCloud-Nutzer sollen in Kürze auf die Server eines chinesischen Partners umgezogen werden – ein Schritt, der Apple erneut erhebliche Kritik eingebracht hat.

Es sei besser, weiter auf dem Markt präsent zu bleiben, indem es sich an die lokalen Gesetze hält, argumentiert Apple – auch wenn das Unternehmen damit nicht übereinstimme. "Es wäre uns ganz offensichtlich lieber gewesen, die Apps nicht zu entfernen – aber wie in jedem anderen Land, in dem wir Geschäfte machen, befolgen wir die Gesetze", erklärte Apple-Chef Tim Cook nach der Entfernung der VPN-Apps. (lbe)