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Corellium: Apple will "Jailbreak wegklagen"

Apple zog im August gegen eine Firma, die iOS-Virtualisierungen erlaubt, vor Gericht. Deren Chefin gibt sich schwer enttäuscht – und besorgt um die Sicherheit.

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Arbeit in der Corellium-Oberfläche.

(Bild: Corellium)

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Amanda Gorton, CEO der mit Apple in einem juristischen Scharmützel stehenden Firma Corellium, hat zum Jahreswechsel einen offenen Brief verfasst, in dem sie Apple schwere Vorwürfe macht. Apple hatte das Start-up im August verklagt, weil es eine Virtualisierungslösung für iOS-Geräte vertreibt.

Apple hatte behauptet, Corellium vertreibe "illegale Kopien" seines geschützten Betriebssystems samt der dazu gehörenden Anwendungen. Corellium bilde nicht nur "virtuelle Versionen" der Apple-Geräte nach, sondern auch den "zugrundeliegenden Computer-Code", ohne dafür eine Lizenz zu besitzen – es handele sich um eine "klare Copyright-Verletzung", das Unternehmen habe "einfach alles kopiert".

Gorton entgegnet dem, Apple versuche mit seiner Aktion, Jailbreaks grundsätzlich zu verbieten. Corellium erlaube es Nutzern, die Systemsicherheit zu umgehen, heißt es in der Klage. Damit verstoße das Unternehmen gegen das Copyright-Gesetz DMCA. "Apple nimmt an, dass jeder, der ein Werkzeug zum Jailbreak anbietet, den DMCA verletzt", erklärt Gorton.

In Apples juristischen Unterlagen heißt es laut der Corellium-Chefin weiter, Jailbreak-Tools wie unc0ver seien "gesetzeswidrig", weil sie die gleichen technischen Maßnahmen umgingen wie Corellium das tue. Apple wolle Jailbreaks "dämonisieren", so Gorton. Die Managerin betonte, man werde sich deutlich gegen Apples Angriffe verteidigen. Man sei "tief enttäuscht" von dem Vorgehen des Konzerns.

Die Software des Start-ups erlaubt unter anderem genaue Untersuchungen und Reverse-Engineering-Maßnahmen von iOS. In der Vergangenheit sollen so zahlreiche Sicherheitslücken entdeckt worden sein. Corellium hatte zuvor mitgeteilt, Apple habe mit einem der Entwickler in den vergangenen Jahren gut zusammengearbeitet und ihn sogar als einer der ersten in das Bug-Bounty-Programm eingeladen. Firmengründer Chris Wade soll Bugs im Wert von 300.000 US-Dollar gemeldet haben, dafür aber angeblich kein Geld erhalten haben. Früheren Berichten zufolge soll Apple zudem Interesse gezeigt haben, Corellium direkt aufzukaufen, aus den Gesprächen wurde aber offenbar nichts.

Der Zugriff auf Corelliums virtualisierte iOS-Umgebung ist per Browser möglich, dabei werden auch spezifische Sicherheitsfunktionen bestimmter Apple-Hardware respektive A-Chip-Reihen nachgebildet.

User beziehen iOS dabei von den Servern der Herstellers, um das System dann in der virtuellen Maschine zu installieren, wie Apple ausführt. Man könne anschließend aber mehrere Kopien davon erstellen, schreibt der iPhone-Konzern, entsprechend erfolge ein Hosting von zahlreichen iOS-Kopien auf Corelliums Servern.

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(bsc)