Coronavirus-Epidemie: Apple senkt seine Umsatzerwartung

Apple hat eingeräumt, dass seine Prognosen für das aktuelle Quartal nicht einzuhalten sind. Grund ist die Gesundheitskrise in China.

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Apple-Logo: Probleme in China.

(Bild: dpa, Peter Kneffel/dpa)

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Apple hat in der Nacht zum Dienstag in einer Börsenmitteilung angekündigt, seine Umsatzprognose reduzieren zu müssen. In einem "Investor Update für das März-Quartal" heißt es, wegen der Coronavirus-Epidemie gebe es bei den Smartphones Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant.

Außerdem sei der Absatz von Apple-Geräten in China selbst zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte – und auch die hauseigenen Läden des Unternehmens – zeitweise geschlossen blieben, heißt es in dem Statement.

Aus diesen Gründen werde Apple die erst Ende Januar gemachte Umsatzprognose für dieses Vierteljahr verfehlen. Apple hatte unter Verweis auf die Coronavirus-Risiken schon bei seinen vorigen Quartalszahlen eine ungewöhnlich breite Spanne von 63 Milliarden bis 67 Milliarden Dollar angegeben. Eine neue Prognose gab es von dem Unternehmen jedoch zunächst nicht. Die Einschränkungen für das Geschäft seien nur "vorübergehend", betonte der Konzern. Im Vorjahresquartal hatte Apple 58 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet.

Die Fabriken der Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Komponentenlieferanten befinden sich zwar außerhalb der besonders vom Ausbruch der Lungenkrankheit COVID-19 betroffenen Provinz Hubei. Doch in China wurden auch anderswo die traditionellen Werksferien zum chinesischen Neujahrsfest verlängert, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. "Die iPhone-Lieferengpässe werden vorübergehend den Umsatz weltweit beeinträchtigen."

Laut Apple wurden die Fabriken außerhalb Hubeis mittlerweile wieder angefahren, allerdings verlaufe der "Ramp up" langsamer als gedacht. Die Situation sei im Fluss – und mehr Informationen zu den Auswirkungen auf das Apple-Geschäft werde es erst mit den Zahlen zum laufenden Quartal im April geben. Der Börse dürften solche Unklarheiten gar nicht schmecken.

Apple hatte bereits im Januar vor Beeinträchtigungen für die Produktion gewarnt. Einige Betriebe von Zulieferern befinden sich in der besonders betroffenen Region rund um die Stadt Wuhan. Es gebe aber alternative Quellen für ihre Produkte, sagte damals Konzernchef Tim Cook. Zugleich räumte er aber auch ein, dass die Entwicklung in anderen Teilen der Produktionskette schwer vorherzusagen sei.

Apple soll auch dabei sein, Teile seiner Produktion verstärkt nach Indien, Taiwan und Vietnam zu verlagern. Die gigantische chinesische Supply Chain kann dies jedoch kaum kurzfristig ersetzen. Bis Montag waren in China rund 1770 Menschen an COVID-19 gestorben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer bei den Fallzahlen aus. (mit Material der dpa) / (bsc)