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Crypto Wars: Apple streitet sich mit US-Behörden um Zugriff auf iMessage

Während sich die Behörden von Apple eine Hintertür zu den per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesicherten Nachrichten erhoffen, blockiert dieser offenbar. Jetzt kam es laut New York Times beinahe zum Eklat in einem Ermittlungsfall.

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Apple iPhone

Apple-Geräte: iMessage ist der Standardnachrichtendienst unter iOS.

(Bild: dpa, Peter Kneffel)

Die Verschlüsselung bei Apples hauseigenem Kurzmitteilungsdienst iMessage sorgt laut einem Zeitungsbericht für handfesten Streit mit US-Behörden. Im Sommer habe das Justizministerium bei Ermittlungen mit einem Gerichtsbeschluss gefordert, dass Apple Nachrichten von Verdächtigen in Echtzeit aushändige, meldet die New York Times. Apple habe sich jedoch geweigert – der Konzern betont, er habe selbst keinen Zugang zu den Nachrichten, da diese Ende-zu-Ende verschlüsselt seien.

Einige ranghohe Beamte des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI hätten sich dafür ausgesprochen, Apple deswegen vor Gericht zu zerren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mehrere anonyme aktuelle und frühere Mitarbeiter der Behörden. Bei dem Verfahren soll es sich um einen Kriminalfall zum Thema Drogen und Waffen gehandelt haben.

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Apple habe schließlich einige gespeicherte Nachrichten aus dem Online-Speicherdienst iCloud herausgerückt, schreibt das Blatt weiter. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Nachrichten bei der Kommunikation zwischen zwei Nutzern zwar direkt auf den Geräten verschlüsselt und entschlüsselt würden – aber in iCloud in Form eines Backups offenbar ohne Verschlüsselung lagerten oder von Apple dort zumindest entschlüsselt werden können. Nähere technische Details dazu nennt die New York Times nicht. Die Beamten jedenfalls hätten den Schritt von Apple als "Zeichen für Kooperation" gewertet.

Die US-Behörden haben Verschlüsselungsverfahren scharf kritisiert, bei denen die Anbieter von Online-Diensten selbst nicht an die Daten kommen. Das erschwere die Verbrechensbekämpfung. Unternehmen wie Apple und Google hatten den Fokus auf Verschlüsselung nach den Enthüllungen von Edward Snowden über ausufernde Überwachung des Internets durch Geheimdienste wie die NSA verschärft.

In der US-Regierung gebe es die Befürchtung, dass ein Rechtsstreit vor Gericht das Verhältnis zu den IT-Firmen noch weiter erschweren könne, meldet die New York Times weiter. Kompromisse könnten ihnen dadurch erschwert werden, obwohl sie hinter verschlossenen Türen durchaus Gesprächsbereitschaft zeigten. Mit Microsoft streiten sich die Ermittler bereits juristisch – hierbei geht es um in Irland lagernde Daten. (mit Material von dpa)

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(bsc)