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Datenkrake Facebook: Apple-Chef ruft nach Regulierung

Den Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica bezeichnet Apple-Chef Tim Cook als “so grässlich”, dass “gut ausgearbeitete Regulierung” erforderlich sei. Nach Cooks Ansicht darf eine umfassende Sammlung persönlicher Nutzerdaten gar nicht existieren.

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Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook.

(Bild: dpa, Matt Dunham)

Apple-Chef Tim Cook hat sich für schärfere Regulierung ausgesprochen, um Zweckentfremdung und Auswertung von Nutzerdaten einzuschränken. In Bezug auf den jüngsten Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica erklärte Cook, der Fall sei “so grässlich” und derart groß geworden, dass nun “wahrscheinlich etwas gut ausgearbeitete Regulierung nötig ist”, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg vom China Development Forum in Peking berichtet, auf dem der Apple-Chef als “Co-Chair” teilnimmt.

Niemand sollte Einblick in “jedes intime Detail des Lebens” erhalten und wissen, welche Webseiten Nutzer über Jahre abgerufen haben, welche Kontaktdaten im Adressbuch verzeichnet sind, welche Dinge sie mögen oder nicht mögen, führte Cook aus – ”aus meiner Sicht sollte das nicht existieren”. Man habe sich bei Apple schon seit Jahren darüber gesorgt, dass Nutzer ihre Daten herausrücken ohne zu wissen, welche detaillierten Profile erstellt werden. Cook hatte jüngst erklärt, er erlaube seinem Neffen nicht, an sozialen Netzwerken teilzunehmen.

Apple pocht seit längerem verstärkt auf Datenschutz und hat sich damit deutlich gegen Konkurrenten wie Google und Facebook positioniert. Im Unterschied zu den beiden letztgenannten Konzernen ist Apple nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen, sondern verdient sein Geld hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware.

Cooks Teilnahme am China Development Forum hat zugleich die Kritik an der Handhabung der iCloud-Daten chinesischer Nutzer erneut aufflammen lassen. Amnesty International bezeichnete den Konzern Ende vergangener Woche als “Datenschutzverräter”.

Während die Daten westlicher Nutzer auf Apples US-Servern als relativ gut geschützt gelten, hat die Verlagerung der persönlichen Daten chinesischer Nutzer auf Server eines chinesischen Unternehmens für Verunsicherung gesorgt: Da erstmals offenbar auch die Keys zur Entschlüsselung auf den Servern des lokalen Apple-Partners in China liegen, wird befürchtet, dass die chinesische Regierung deutlich leichter auf die umfassenden iCloud-Nutzerdaten zugreifen kann – ohne dafür den Umweg über US-Gerichte gehen zu müssen.

Im Hinblick auf den drohenden Handelskrieg zwischen USA und China erklärte Cook auf der Konferenz, er hoffe, dass "kühlere Köpfe" die Oberhand behalten. "Der Kuchen wird größer, wenn man zusammenarbeitet", wird der Apple-Chef von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

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