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Datenschutz: US-Abgeordnete erhoffen sich mehr Hilfe vom Apple-Chef

Tim Cook findet die EU-Datenschutzgrundverordnung hervorragend. In den USA setze er sich jedoch zu wenig für neue Gesetze ein, kritisieren Politiker.

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Cook bei einem Auftritt.

(Bild: dpa, Brian Powers/The Des Moines Register/AP/dpa)

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Apple wirbt regelmäßig mit dem Argument, seine Plattformen seien besonders datenschutzfreundlich. Konzernchef Tim Cook hatte sich im vergangenen Herbst zudem als "großer Fan" der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geoutet. Europa nehme damit eine "Führungsrolle" ein, sagte er.

Ähnliche Regulierungen sieht der Apple-Chef auch für seine Heimat als notwendig an – und betonte dies in Interviews. Allerdings scheinen diesen Worten nur langsam Taten zu folgen. Dies meint zumindest die demokratische US-Abgeordnete Suzan DelBene aus dem Bundesstaat Washington, die Cook zusammen mit fünf weiteren liberalen Mitgliedern des Repräsentantenhauses in diesem Jahr im Apple Park treffen konnte.

Zwar seien neue, bundesweite Regelungen zum Schutz der Privatsphäre für Cook eine wichtige Sache gewesen, so die Abgeordnete. Allerdings habe der Apple-Chef einen von DelBene selbst eingebrachten Gesetzentwurf nicht explizit unterstützt, schreibt die Washington Post. Dieser besagt, dass Unternehmen grundsätzlich eine Genehmigung von Nutzern einholen müssen, bevor sie sensible Informationen "auf unerwartete Weise" abfragen.

Auch Apples Lobbyarbeit ist angeblich weniger datenschutzfreundlich, als das Unternehmen behauptet. Zumindest ist der Konzern Teil verschiedener Gruppen wie TechNet oder CompTIA, die aus Unternehmenssicht problematische Datenschutzbemühungen bereits abzuschmettern versucht haben.

Zudem steht Apple derzeit noch nicht explizit hinter einem Gesetzentwurf, der ähnlich der DSGVO den Datenschutz auf US-Bundesebene verankern würde. Ein Sprecher sagte der Washington Post, man sei für eine "starke Bundeslösung", die jeden schütze, egal in welchem US-Staat er lebt. Man sei darüber "frustriert", dass dies fehlt. (bsc)