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Desktop-Macs: Apple verkauft nur angestaubte Ware

Egal ob iMac, Mac mini oder Mac Pro: Wer sich einen Mac für den Schreibtisch kaufen will, bekommt nur noch veraltete Technik. Wann sich das ändern wird, weiß nur der Konzern aus Cupertino.

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Desktop-Macs: Apple verkauft nur angestaubte Ware

Mac mini: Seit mehr als zwei Jahren nicht mehr überholt.

(Bild: Apple)

Einst galt bei Apple, das jedes Jahr – manchmal sogar zweimal im Jahr – frische Macs vorgestellt wurden. Wenn es zwei Jahre zwischen Generationen dauerte, war das sehr ungewöhnlich. Doch bei den Desktop-Rechnern scheint das Unternehmen mittlerweile in einen Tiefschlaf gefallen zu sein: Keine der drei Mac-Baureihen für den Schreibtischbetrieb ist jünger als anderthalb Jahre.

So wurde der All-in-One-Rechner iMac zuletzt im Oktober 2015 angefasst. Das 21,5-Zoll-Modell bekam Broadwell-Chips und Thunderbolt 2, das 27-Zoll-Gerät wurde P3-Farbraum-fähig und erhielt Skylake-Chips sowie schnellere GPUs. Der Mac mini, Apples nach wie vor billigster Rechner, wurde gar noch ein Jahr früher zuletzt überholt. Im Oktober 2014 bekamen Käufer Thunderbolt 2, Haswell-Chips und ein schnelleres WLAN. Doch am peinlichsten ist Apples Desktop-Versagen bei seinem teuersten Gerät: Der Mac Pro wurde seit Erscheinen Ende 2013 noch nie neu aufgelegt.

Mac Pro: Ab 3400 Euro ist dieses über drei Jahre alte Gerät zu haben.

(Bild: Apple)

Typisch Apple ist dabei, dass die Preise trotz der angestaubten Modelle beim Hersteller nicht oder nur leicht reduziert wurden. Schnäppchen lassen sich im Refurb Store des Konzerns für generalüberholte Produkte sowie vor allem bei Resellern machen, die teils Hunderte Euro unter Liste verkaufen.

Es ist unklar, warum Apple seine Desktop-Rechner seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr anfasst. Das Argument, der Konzern warte auf neuere Chips von Intel, zieht nach einer derart langen Zeit nicht mehr. Konzernchef Tim Cook hatte in einer Stellungnahme zum Thema im Dezember 2016 vor Mitarbeitern noch mitgeteilt, Apple habe "großartige Desktops in der Roadmap", niemand solle sich darüber Sorgen machen. Allerdings tat sich seither nichts.

Der iMac von Oktober 2015 ist für Apple-Desktop-Verhältnisse geradezu brandneu.

(Bild: Apple)

Apple hatte 2016 allein das 12-Zoll-MacBook aktualisiert sowie ein komplett überarbeitetes MacBook Pro mit Touch-Leiste eingeführt, das es in den Formaten 13 und 15 Zoll gab. Mancher Beobachter glaubt, dass es in diesem Frühjahr neue 12-Zoll-MacBooks geben könnte – damit wäre Apple hier erneut im Jahresrhythmus. Im Bezug auf das Desktop-Geschäft ist dagegen alles möglich – entweder stellt sich der Konzern weiter tot oder er kommt mit einem Befreiungsschlag. (bsc)