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Smartphone-Sucht: Zugeständnisse von Apple

Die Smartphone-Sucht und negativen Aspekte der Internet-Nutzung will der iPhone-Produzent einem Bericht zufolge mit neuen Softwarewerkzeugen bekämpfen.

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Nutzer bei einer potenziell suchtfördernden Tätigkeit.

(Bild: dpa, Jeff Chiu)

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Apple hat offenbar vor, auf Forderungen, die "Digital Wellness" seiner Millionen iPhone-Nutzer zu verbessern, mit neuen technischen Ansätzen zu reagieren. Der Kampf gegen die Smartphone-Sucht soll offenbar per Software aufgenommen werden. Erste entsprechende Produkte könnte Apple schon am kommenden Montag zur Entwicklerkonferenz WWDC 2018 in San Jose präsentieren.

Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sollen unter anderem Funktionen vorgestellt werden, die einer übermäßigen Nutzung vor allem von iPhones vorbeugen. Die Initiative zur "digitalen Gesundheit" solle zu den zentralen Ankündigungen des Developer-Treffens gehören.

Software-Features im nächsten iPhone-Betriebssystem, das vermutlich iOS 12 heißen wird, sollen unter anderem übersichtlich zeigen, wie viel Zeit man mit dem Gerät und in einzelnen Apps verbringe. Ähnliche Funktionen wurden erst vor wenigen Wochen auf der Konkurrenz-Veranstaltung Google I/O für Smartphones mit dem Betriebssystem Android vorgestellt. Auch das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook hatte versprochen, sich stärker um das "digitale Wohlbefinden" seiner Nutzer zu kümmern, etwa indem in den Newsfeeds weniger unterhaltsame Videos angezeigt werden sollen.

Den Konzernen aus dem Silicon Valley wird zunehmend vorgeworfen, ihre Geräte und Angebote machten Nutzer süchtig. Apple wurde jüngst sogar von einer wichtigen Investorengruppe dazu gedrängt, mehr dagegen zu unternehmen. In Reaktion auf diese Forderung teilte der Konzern im Januar mit, Eltern künftig mehr Kontrolle über die Gerätenutzung ihrer Kinder geben zu wollen.

Aktuell ist es für Apps von Drittanbietern unter iOS noch nicht möglich, direkten Einfluss auf die übergeordnete Benutzerschnittstelle zu nehmen sowie Bedienschritte in anderen Apps zu überwachen. Um "Digital Wellness"-Programme anbieten zu können, müsse dies aber möglich sein, forderte zuletzt eine Gruppe von iOS-Developern. Ob Apple hier Methoden anbieten wird, ist unklar – aktuell ist das Betriebssystem dafür technisch noch zu stark abgeschottet. (mit Material von dpa) / (bsc)