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Digitale Brieftasche: Australische Banken wollen Zugriff auf iPhone-NFC

Nach Schweizer Verbraucherschützern haben nun Banken dem iPhone-Hersteller wettbewerbsschädigendes Verhalten vorgeworfen, da nur Apple Pay den NFC-Chip des iPhones nutzen darf.

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Apple Pay

(Bild: dpa, Monica Davey)

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Mehrere große australische Banken wollen sich verbünden, um Apple gemeinsam zur Öffnung des NFC-Chips im iPhone zu bringen. Die Bankhäuser haben für diesen Schritt einen Antrag bei der lokalen Wettbewerbsbehörde gestellt, um Erlaubnis für diese "begrenzte Form eines kollektiven Boykotts" zu erhalten, wie der Sydney Morning Herald berichtet. Die Banken unterstützen Apples dortzulande bereits verfügbaren Bezahldienst Apple Pay bislang nicht.

NFC-Chip im iPhone nur für Apple Pay

Dass bislang nur Apple Pay den NFC-Chip im iPhone nutzen kann, sei wettbewerbsschädigend, führen die Banken an. Sie wollen ihre hauseigenen kontaktlosen Bezahldienste ebenfalls als iOS-App anbieten und dafür die integrierte Nahfunktechnik nutzen – ohne zusätzliche Hardware zu erfordern, wie etwa NFC-Module zum Ankleben.

Bei dem Zusammenschluss gehe es nur um Zugang zum NFC-Chip und nicht etwa um das gemeinsame Aushandeln der Abgaben für Apple Pay, betonten die Banken. Apple verdient bei jeder Transaktion mit dem Bezahldienst mit, in den USA zahlen Banken dafür angeblich rund 15 Cent pro 100-Dollar-Einkauf an den iPhone-Hersteller. In anderen Ländern liegt Apples Anteil Berichten zufolge niedriger.

Boykottvorwurf an die Banken

Zur Einführung von Apple Pay in Australien hat ein Politiker bereits die örtlichen Banken des Boykotts bezichtigt und sich an die Zentralbank des Landes gewendet. "Sicherlich werden manche sagen, der Schritt der Banken sei wettbewerbsfeindlich – ich bin zweifellos besorgt darüber, dass es Verbrauchern den Zugang zu einer sicheren, effizienten Bezahlplattform verwehrt", schrieb Ed Husic, ein Mitglied des australischen Repräsentantenhauses. Apple Pay lässt sich in Australien nur mit der American-Express-Karte von einer großen Bank nutzen.

Zugriff auf den NFC-Chip des iPhones fordern allerdings nicht nur die Banken: Zuvor hatte schon die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz die Öffnung von NFC auf dem iPhone gefordert, die Begrenzung auf Apple Pay sei “Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung", schrieben die Verbraucherschützer in einer Beschwerde an die Wettbewerbskommission.

Einem länger zurückliegenden Bericht zufolge arbeitet Apple an weiteren Einsatzmöglichkeiten für NFC, der Konzern ist inzwischen auch an der Weiterentwicklung der Funktechnik beteiligt. Eine Programmierschnittstelle für Entwickler hat der Konzern bisher nicht vorgestellt. (lbe)