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E-Book-Preisabsprachen: Apple will vors oberste US-Gericht ziehen

Apple hat sich an den Supreme Court der USA gewendet, um den Streit über E-Book-Preisabsprachen zu klären. Der Fall sei von "höchster Wichtigkeit für die US-Wirtschaft", argumentiert der Konzern, der illegaler Absprachen für schuldig befunden worden war.

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Apple

(Bild: dpa, Adrian Bradshaw/Archiv)

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten soll als höchste Instanz über den zwischen Apple und dem US-Justizministerium ausgetragenen Streit um E-Book-Preisabsprachen urteilen. Einen entsprechenden Antrag will der iPhone-Hersteller bis Ende Oktober beim Supreme Court einreichen, meldet Fortune. Der Fall sei von "höchster Wichtigkeit für die US-Wirtschaft", argumentiert der Konzern. Der "dynamische oder disruptive Eintritt in neue oder stagnierende Märkte" erfordere oft genau die Art von Verhalten, die Apple gewählt habe.

Ein US-Gericht hatte Apple im Jahr 2013 wettbewerbswidriger Preisabsprachen für schuldig befunden, im Berufungsverfahren wurde das Urteil Anfang Juli bestätigt. Die erste Instanz habe richtig entschieden, dass Apple "Absprachen mit den Verlagen leitete", um die Preise von E-Books zu erhöhen, entschied das Berufungsgericht mit einer Mehrheit von zwei der drei Stimmen. Apple streitet jegliches Fehlverhalten ab, "wir wissen, dass wir nichts falsch gemacht haben", erklärte der Konzern in einer Stellungnahme.

Der Fall geht zurück auf Apples Einführung des iBooks Store im Jahr 2010, als der Konzern auch das erste iPad vorgestellt hatte. Zum damaligen Zeitpunkt dominierte Amazon den US-Markt für E-Books. Der Online-Retailer verkaufte Neuerscheinungen und Bestseller oft zum Preis von knapp 10 Dollar und damit erheblich unter dem Einkaufspreis. Ein Ärgernis für die Verlage, die ihre Bücher dadurch "entwertet" sahen.

Apple unterbreitete den großen US-Verlagen das sogenannte Agentur-Modell, das der Konzern auch für den App Store nutzt: Der Anbieter setzt dabei den Preis – in gewissen Preisstufen – selbst fest, Apple behält als Distributor 30 Prozent des Verkaufspreises ein. Die Verlage nutzten den Start des iBooks Store um ähnliche Konditionen auch bei Amazon durchzudrücken, dies führte in vielen Fällen zu einem Anstieg der E-Book-Preise. Das US-Justizministerium sah darin illegale Absprachen.

Die US-Verlage haben den Streit gegen eine Zahlung von 166 Millionen Dollar längst außergerichtlich beigelegt. Sollte der Supreme Court den Fall nicht hören oder gegen Apple entscheiden, dann muss der Konzern 450 Millionen Dollar ausschütten: 400 Millionen Dollar davon gehen an US-E-Book-Käufer, der Rest an die Anwälte der Klägerseite. (lbe)