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E-Book-Streit: Apple für wettbewerbswidrige Absprachen schuldig gesprochen

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Mac & i
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Ein US-Bundesbezirksgericht hat Apple schuldig gesprochen, wettbewerbswidrig Preise für E-Books abgesprochen zu haben. Das Urteil vom heutigen Mittwoch ist ein Sieg für das US-Justizministerium, das das Verfahren vor mehr als einem Jahr in die Wege geleitet hatte. Ohne die Organisation von Apple wären die illegalen Absprachen zur Erhöhung der Preise für E-Books Anfang 2010 nicht erfolgreich gewesen, begründete die Richterin laut dpa ihre Entscheidung. Apple droht nun eine Strafe und die Verpflichtung zur Zahlung von Schadensersatz. Darüber wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Das Gericht folgte damit der Version des US-Justizministeriums, das Apple bezichtigt, zum iPad-Verkaufsstart im Jahr 2010 gemeinsam mit Verlagen die Preise für digitale Bücher künstlich hochgeschraubt zu haben. Damals war Amazon der Marktführer und verkaufte aktuelle Bestseller für seine Kindle-Lesegeräte zum Preis von 10 US-Dollar. Dabei zahlte Amazon den Verlagen beim Einkauf der Titel einige Dollar pro E-Book mehr. Die Buchbranche war dennoch unzufrieden, weil sie fürchtete, die Preisvorstellungen der Leser könnten sich durch diese Praxis dauerhaft ändern.

Deshalb sahen die Verlage den Markteintritt von Apple wohl als Chance auf einen Gegenpol zu Amazon. Unter Apples Regie einigte sich der Konzern mit den US-Verlagen auf ein sogenanntes "Agentur-Modell" – ähnlich der deutschen Buchpreisbindung. Dabei bestimmen die Verlage den Preis. Apple sicherte sich die übliche Kommission von 30 Prozent. Durch die sogenannte Klausel der "most favored nation" versprachen sich beide Seiten außerdem, dass die Bücher nirgendwo günstiger zu haben sein sollten. Daraufhin passte auch Amazon seine Preise an.

Nachdem das US-Justizministerium begonnen hatte, juristisch gegen Apple und die größten Verlage vorzugehen, willigten diese nach und nach in millionenschwere Vergleiche ein. Nur Apple wehrte sich bis zuletzt. In dem Prozess musste das Unternehmen zwar Niederlagen einstecken, aber auch die Kläger kamen nicht ungeschoren davon. Die Richterin entschied dann aber doch so, wie es sich bereits vor Prozessbeginn angedeutet hatte.

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(mho)