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E-Book-Streit: Sammelkläger fordern 840 Millionen US-Dollar von Apple

Der Rechtsstreit um wettbewerbswidrige Preisabsprachen im E-Book-Geschäft geht in eine neue Runde. Nun haben die gegen Apple klagenden US-Bundesstaaten die geforderte Strafzahlung erhöht und wollen davon das Dreifache.

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In der Sammelklage gegen Apple wegen wettbewerbswidriger Preisabsprachen im E-Book-Geschäft verlangen die Kläger eine Strafzahlung von mehr als 840 Millionen US-Dollar (rund 620 Millionen Euro). Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf das beim zuständigen Gericht vorgelegte Dokument. Die Zahl resultiert aus einer Schätzung, um wie viel die E-Book-Preise über den Betrag 10 US-Dollar – was Amazon normalerweise verlangte – hinaus gestiegen sind. Die nun veranschlagte Strafe geht demnach davon aus, dass ein Preisanstieg um 18,1 Prozent die Folge war, was angesichts der Verkaufszahlen 280 Millionen US-Dollar entspreche. Die Ankläger fordern außerdem, diesen Betrag zu verdreifachen. Das stehe ihnen laut dem Wettbewerbsrecht zu.

In ihrer Begründung berufen sich die Kläger, die 33 US-Bundesstaaten vertreten, auf das Urteil, das im vergangenen Sommer gegen Apple ergangen ist. Es sei bewiesen worden, dass Apple die Preisabsprachen organisiert habe. In dem Verfahren war die Sammelklage mit der des US-Justizministeriums zusammengelegt worden. Während die US-Regierung aber keine Strafzahlung verlangte, fordern die Sammelkläger Geld. Die Großverlage, die ursprünglich mit Apple auf der Anklagebank saßen, hatte sich alle außergerichtlich geeinigt und bereits umfangreiche Entschädigungen zugesichert.

In dem Rechtsstreit geht es um die E-Book-Preise infolge der Einführung des ersten iPads Anfang 2010. Damals eröffnete Apple auch seinen iBookstore und erlaubte den großen Verlagen, den Endkundenpreis der elektronischen Bücher selbst festzulegen. Amazon hatte stattdessen Großhandelspreise bezahlt und die E-Books dann teilweise für weniger verkauft, um Kunden zu binden. Die Verlage fürchteten, Kunden könnten sich an die niedrigen E-Book-Preise gewöhnen und kooperierten deshalb mit Apple. Weil E-Books unter der neuen Regelung nirgendwo mehr günstiger verkauft werden durften, zogen die Preise insgesamt an, auch bei Amazon. Diese Absprachen wurden für rechtswidrig erklärt und nun geht es darum, die Strafe festzulegen. (mho)