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EU-Wettbewerbskommissarin will Apple Pay unter die Lupe nehmen

Ihr iPhone dränge sie ständig dazu, Apple Pay einzurichten, so die Kommissarin. Die EU-Kommission habe eine vorläufige Prüfung des Bezahldienstes eingeleitet.

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Die Apple-Pay-Chefin bei der Einführung des Bezahldienstes in Deutschland.

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EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat bestätigt, dass die Kommission eine vorläufige Prüfung von Apples mobilem Bezahldienst eingeleitet hat. Derzeit werde Feedback von anderen Finanzdienstleistern und Anbietern im Payment-Markt eingeholt.

In der vergangenen Woche war bereits durchgedrungen, dass erste Banken, Bezahldienstleister und App-Firmen zu Apples mobilem Bezahldienst und offenbar auch der Bezahlschnittstelle des Konzerns in iPhone-Apps befragt wurden.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

(Bild: dpa, Piotr Nowak/PAP/dpa)

Die EU-Kommission wolle klären, wie verschiedene Payment-Systeme möglich sein können, wenn das iPhone "ziemlich beharrlich" auf die Einrichtung von Apple Pay dränge, erklärte Vestager gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Sie habe immer noch diese "roten Punkte", so die Wettbewerbskommissarin in Anspielung auf die iOS-Hinweise zur Einrichtung von Apple Pay.

Auch Nutzer beklagen seit längerem, dass iOS prominent auf eine nicht vorgenommene Inbetriebnahme von Apple Pay verweist: Es taucht ein rotes Kennzeichen am Icon für die Einstellungen auf, das gewöhnlich ein System-Update oder ein Problem signalisiert. Auch in den Einstellungen wird mit rotem Kennzeichen darauf hingewiesen, dass die Einrichtung von Apple Pay noch aussteht. Der Trick besteht darin, das Setup von Apple Pay zu starten und direkt abzubrechen – erst dann verschwindet der Hinweis. Nach einem System-Update taucht der Hinweis auf Apple Pay aber möglicherweise erneut auf, auch im Einrichtungsassistenten, wie Nutzer berichten.

Komfort habe einen hohen Preis, wenn dadurch der Wettbewerb ausgeschaltet werde, betonte die Wettbewerbskommissarin im Interview mit Bloomberg, denn letztlich müsse man dann mehr zahlen – sei es "in Form von Geld, Gebühren oder Daten".

Vor einem Jahr hatte Vestager noch eine abwartende Haltung gegenüber Apple Pay eingenommen, sie sehe nicht, dass Apple in diesem Bereich eine marktbeherrschende Stellung innehat, so die Kommissarin damals.

Nur Apple Pay darf die NFC-Schnittstelle des iPhones nutzen, anderen Bezahldiensten ist dies untersagt – zur Begründung verwies Apple bislang auf Sicherheitsbedenken. Das iPhone überlasse Kunden die Wahl des Zahlungsmittels, teilte Apple in einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg –dazu gehöre Kartenzahlung, Cash und Banking-Apps.

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(lbe)