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Einheitliche Handy-Ladegeräte: Apple warnt vor EU-Regulierung

Apple will eine verbindliche Ladebuchsen-Vorgabe für Smartphones in Europa abwenden. Das wäre innovationsfeindlich und sorge für Obsoleszenz.

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Beim iPhone setzt Apple seit 2012 auf den proprietären Lightning-Anschluss, nur das iPad Pro ist bislang auf USB-C umgeschwenkt.

(Bild: dpa, Monica Davey)

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Apple hat sich gegen eine verpflichtende EU-Vorgabe zur Vereinheitlichung von Handy-Ladegeräten ausgesprochen: Eine Regulierung der Smartphone-Ladebuchse würde Innovation blockieren, der Umwelt schaden und Kunden "große Unannehmlichkeiten" bereiten, argumentiert der iPhone-Konzern in einer schon Ende Januar getätigten Eingabe an die EU-Kommission.

Eine gesetzliche Vorgabe zu einem einheitlichen Ladegerät könne dazu führen, dass mit jedem Gerät "unnötige Kabel und Adapter" mitgeliefert werden oder dass die bestehenden Geräte und Lade-Accessoires von Kunden auf einen Schlag "obsolet" werden, führt Apple in dem Schreiben aus, dies würde für "beispiellose Mengen" an Elektroschrott sorgen. Das Unternehmen habe bislang schließlich über eine Milliarde Geräte mit Lightning-Buchse verkauft, für die es ein "ganzes Ökosystem an Accessoires" gebe.

Ein USB-C-auf-Lightning-Kabel bietet Apple längst an – es liegt dem iPhone bislang aber nicht bei.

(Bild: Apple)

Apple verweist auf die im Frühjahr 2018 erfolgte (freiwillige) Selbstverpflichtung, USB-C zum einheitlichen Ladestandard zu erklären.

Dies soll ab spätestens 2021 greifen. Neben Apple gehören zu den Unterzeichnern des neuen "Memorandum of Understanding (MoU)" auch Samsung, Google, Lenovo, LG, Motorola und Sony.

Dies setzt nicht voraus, einen USB-C-Anschluss in iPhones (oder andere Smartphones) zu integrieren: Mit der Beigabe eines USB-C-Netzteils und eines USB-C-auf-Lightning-Kabels kann Apple die Selbstverpflichtung ebenfalls erfüllen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager zeigte sich im vergangenen August unzufrieden mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der Branche sowie dem langsamen Vorankommen in Hinblick auf ein einheitliche Handy-Ladelösung – und kündigte eine Prüfung weiterer Schritte an. Nach der Ende Januar beendeten Feedback-Phase will die EU-Kommission als nächstes die Öffentlichkeit konsultieren, auch eine Folgeabschätzung steht noch aus.

Handy-Hersteller, darunter Apple, hatten sich erstmals 2009 freiwillig auf Micro-USB als eine gemeinsame Ladelösung in Europa geeinigt. Für das iPhone bietet Apple seitdem einen Micro-USB-Adapter für die eigenen proprietären Schnittstellen an – zuerst den 30-Pin-Dock-Connector, seit 2012 dann den bis heute verwendeten Lightning-Anschluss. Von Netzpolitik.org veröffentlichte Dokumente deuten an, dass Apple die Bemühungen rund um einen neuen gemeinsamen EU-Ladestandard hinausgezögert hat.

Mit dem iPad Pro hat inzwischen ein erstes iOS-Gerät den Lightning-Port gegen USB-C eingetauscht. Anderen Smartphone-Hersteller-Berichten zufolge testet Apple auch ein iPhone mit USB-C-Anschluss, allerdings gilt die Einführung eines solchen Modells im Herbst 2019 als unwahrscheinlich, hier dürfte vorerst weiterhin auf Lightning gesetzt werden.

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(lbe)