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Elektronikverbot in Flugzeugen: Behörden befürchteten iPad-Bombe

Auf Flügen aus dem Nahen Osten in die USA und Großbritannien sind Laptops, Tablets und andere größere elektronische Geräte seit einigen Tagen verboten. Nun wurden Details bekannt, die offenbar mit Apple-Produkten zu tun haben.

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Apple Watch und iPad

Hier ein harmloses Modell.

(Bild: dpa, Andrew Cowie/Archiv)

Nachdem die USA und Großbritannien vor einigen Tagen die Mitnahme von elektronischen Geräten, die größer als ein Smartphone sind, in die Kabine verschiedener Airlines mit Direktflügen aus dem Nahen Osten verboten haben, werden nun nähere Details zu den von den Behörden befürchteten Terrorgefahren bekannt. Wie die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf eine anoynme Quelle schreibt, soll es konkrete Anschlagspläne islamistischer Terroristen gegeben haben, bei denen ein "falsches iPad" zum Einsatz kommen sollte. Grundsätzlich unterscheidet sich dieser Plot nicht von ähnliches, bereits bekannten Anschlagsversuchen mit anderer Elektronik.

Nach gescheiterten Versuchen, Bomben in Schuhen oder der Unterwäsche an Bord zu schmuggeln und zu zünden, planten Terrorgruppen wie al-Qaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) nun, Sprengmittel in Kompaktelektronik zu stopfen, so der Bericht. Zu den von den britischen und US-Behörden entdeckten Terrorplänen zähle auch ein Sprengstoff-bepacktes, falsches iPad, "das so aussieht wie ein echtes", schreibt der Guardian.

Der wichtigste Bombenbauer von AQAP, Ibrahim al-Asiri, soll die USA und Großbritannien seit längerem als Ziel ausgesucht haben. Der Attentäter würde dem Bericht zufolge an einem Fensterplatz sitzen und mit dem Bomben-iPad versuchen, ein Loch in die Flugzeughülle zu sprengen, was dann zum Absturz führen könnte. Versuche dieser Art hatte es im vergangenen Jahr in Somalia mit einer Laptop-Bombe gegeben, allerdings scheiterte der Anschlag.

Wie weit die iPad-Bomben-Anschlagspläne gediehen waren, ist unklar. Shashank Joshi, ein britischer Sicherheitsexperte vom Royal United Services Institute in London, sagte dem Guardian, Tablet-große, nichtmetallische Bomben stellten ein "ernsthaftes Risiko" dar, wenn man die "Kompetenz" der AQAP in diesem Bereich bedenke.

Allerdings sei der Ansatz des Elektronikverbots, den USA und Großbritannien fahren, unterschiedlich, was ihn verwirre. So erlaubt das Vereinigte Königreich etwa Elektronik auf Direktflügen aus Dubai, während die USA sie verbieten. (bsc)