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Elster: Finanzverwaltung rückt von Java ab

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Bei der elektronischen Steuererklärung ("Elster") soll in Zukunft nicht mehr das sicherheitsanfällige Java zum Einsatz kommen. Die Steuerverwaltung sucht nach Lösungen, die auch ohne Java genutzt werden können, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes für Steuern der Nachrichtenagentur dpa.

Die in jüngster Zeit gehäuft auftretenden Sicherheitsprobleme habe man im Jahr 2005 bei der Plattformentscheidung nicht vorhersehen können, erklärte der Sprecher. "Die aktuelle Diskussion über Java hat die Steuerverwaltung jedoch veranlasst, nach Lösungen zu suchen, welche die Nutzung des ElsterOnline-Portals kurzfristig auch ohne Java zulassen, ohne auf die Nutzung von sicherer Zertifikatstechnologie verzichten zu müssen."

Im ElsterOnline-Portal führt derzeit kein Weg an Java vorbei

Das Landesamt dementierte einen Bericht des IT-Portals Golem, wonach intern bereits Programmversionen für OS X oder Linux vorlägen, die problemlos veröffentlicht werden könnten. "Eine Portierung auf Linux und Mac OS ist nicht möglich, eine Doppelentwicklung aus verwaltungsökonomischer Sicht nicht vertretbar", sagte der Sprecher. Als plattformunabhängige Lösung werde das ElsterOnline-Portal bevorzugt, bei dem allerdings noch Java zum Einsatz kommt.

In Deutschland sind steuerpflichtige Arbeitgeber und Unternehmer seit 2005 gesetzlich verpflichtet, Lohnsteueranmeldungen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen digital über Elster abzuwickeln. Unter Windows kann man die Software "ElsterFormular" zur Abgabe einer elektronischen Steuererklärung nutzen. Nutzer anderer Betriebssysteme werden auf das ElsterOnline-Portal verwiesen, das Java voraussetzt. Mac-Nutzer können auch die Programme "WISO Steuer 2013" von Buhl Data oder die "SteuerSparErklärung" der Akademischen Arbeitsgemeinschaft verwenden, die aber kostenpflichtig sind. Ein Vergleich der Programme findet sich im aktuellen Mac & i Heft 9.

Das Landesamt koordiniert das Elster-Projekt der deutschen Steuerverwaltungen aller Länder und des Bundes. Wegen gravierender Sicherheitslücken in der Java-Umgebung von Oracle hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Computeranwendern in den vergangenen Monaten mehrfach empfohlen, auf den Einsatz von Java zu verzichten. (dpa) / (lbe)