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Entwickler: "Android First" bleibt schwierig

Ein renommierter Developer hat sich zu den Problemen geäußert, die Googles Mobilplattform im Vergleich zu Apples iOS derzeit noch aufweisen kann. Er wechselte mit seiner Software ganz zu iOS.

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Der Entwickler Dave Feldman, der unter anderem das Designteam für den Yahoo Messenger leitete, hat sich in einem in Programmiererkreisen vielbeachteten Text mit der Frage beschäftigt, ob das Erstellen von Apps unter iOS oder Android einfacher ist. Sein Ergebnis: Noch sei "Android First", also das Erstellen einer App zunächst für Google-Geräte, ein "Trugschluss".

Das will Feldman anhand seiner eigenen App Emu, einer auf SMS und MMS aufbauenden Kommunikationssoftware, selbst erlebt haben. Die Anwendung war im Herbst 2013 zunächst für Android erschienen, was zu vielen positiven Presseberichten geführt hatte. Mittlerweile entschied sich Feldman mit seinen Kollegen aber, Emu für Android aus dem Play Store zurückzuziehen. Stattdessen steht die App seit Anfang April für iOS bereit.

Zu den Problemen, die Feldman und sein Team unter Android hatten, gehörten vor allem technische. So erwies es sich als schwierig, Emu für die diversen Android-Varianten und Carrier- und Hersteller-Anpassungen vorzubereiten. Dabei hatte sich das Team eigentlich auf die allgemein bekannte Fragmentierung vorbereitet und begann zunächst, nur Geräte mit Android 4.0 zuzulassen.

Emu-App, hier in der Android-Version: Mittlerweile nur noch unter iOS.

(Bild: Hersteller)

Trotzdem habe das Team seit Oktober laut Google Analytics über 300 verschiedene Telefone "kennengelernt". "Das Problem ist dabei nicht nur die Quantität der Bugs. Es geht auch darum, dass wir sie finden und verstehen muss, bevor wir sie beheben." Das Emu-Team habe aber eben in vielen Fällen nicht die notwendigen Geräte zur Reproduzierung.

Kritik übt Feldman auch an den Entwicklertools, die Google bereitstellt. Sie seien "im Vergleich zu denen von Apple buggy". Auch die Dokumentation sei nicht immer ideal. Insgesamt schätzt der Entwickler, dass die Entwicklung doppelt bis dreifach so teuer ist wie unter iOS – und schließt sich damit der Meinung eines anderen bekannten Developers an.

Auch der adressierbare Markt sei ein Problem. Emu sei zum Schluss nur noch für Versionen über Android 4.1 verfügbar gewesen. Damit erreiche man in den USA nur 12,5 Prozent des Gesamtmarkts. iOS 7 sei mit seinen aktuell unterstützten fünf iPhone-Modellen dagegen auf 32 Prozent der installierten Basis. (bsc)