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"Entwicklergewerkschaft" fordert von Apple Verbesserungen im App Store

Eine Gruppe bekannter iOS- und macOS-Developer hat sich zusammengetan und will Apple dazu bewegen, unter anderem endlich Probephasen für Software einzuführen – und den App Store nachhaltiger zu machen.

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"Entwicklergewerkschaft" fordert von Apple Verbesserungen im App Store

Einige Icons der Apps, die bei der "Developers Union" mitmachen.

(Bild: Screenshot thedevelopersunion.org)

Gemeinsam sind wir stärker: Unter diesem Motto haben sich bekannte Entwickler für Apple-Betriebssysteme zur sogenannten The Developers Union zusammengefunden. Die Gruppe will als eine Art Gewerkschaft der Entwickler auftreten und bis Juni insgesamt 20.000 Mitglieder sammeln, um bessere Bedingungen in den App Stores für iOS, macOS und tvOS zu erzielen. Beteiligt sind unter anderem Jake Schumacher, Regisseur der vielbeachteten Entwicklerdoku "App: The Human Story", und NetNewsWire-Autor Brent Simmons,

Aktuell hat die Developers Union bereits Developer von knapp 500 Apps versammelt. Zu den ersten Forderungen gehört die Einführung von Probephasen für alle Apps im App Store. Aktuell erlaubt Apple dies nur für Programme, die später im Abo angeboten werden – nicht jedoch für Apps, die zum Vollpreis zur Verfügung stehen. Die Forderung nach sogenannten Trials existiert seit vielen Jahren und war im Shareware-Bereich einst das wohl wichtigste Verkaufsmittel: Nutzer können Anwendungen damit zunächst ausprobieren und werden dann nach einer gewissen Zeit gebeten, sie kostenpflichtig zu registrieren.

Dies ist jedoch nur die erste Forderung. Der Developers Union geht es um deutlich mehr – sie will eine Vertretung für Entwicklerinteressen sein, die derzeit noch für sich kämpfen. Apple kontrolliere den App Store und steuere seine Wirtschaftlichkeit, so Simmons gegenüberUS-Medien. Apple muss seiner Meinung nach dafür sorgen, dass Software über diesen Vertriebsweg nachhaltiger wird – es brauche "großartige Apps, die bestehen bleiben". Probephasen wären "ein wichtiger Schritt vorwärts, nicht der einzige Schritt, aber ein wichtiger".

Die Developers Union hofft, dies zum 10. Jahrestag des App Store, der in diesem Sommer ansteht, zu erreichen. Weiterhin will die Gruppe auch langfristig geringere Provisionszahlungen erzielen. Aktuell nimmt sich Apple von Vollpreis-Apps hier 30 Prozent, mit Ausnahme von Abo-Anwendungen, bei denen sich die Quote nach längerem Abo auf 15 Prozent reduziert. Damit werden Abos insgesamt bevorzugt. Viele Entwickler halten dieses Modell aber nicht für nutzerfreundlich. (bsc)