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Entwicklertipps: Wie man bessere Apple-Watch-Apps programmiert

Der bekannte iOS-Developer Marco Arment hat seine erste Anwendung für die Computeruhr radikal umgebaut – und gibt Hinweise, wie man Watch-Software nutzerfreundlicher gestalten kann.

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Entwicklertipps: Wie man bessere Apple-Watch-Apps programmiert

Overcast auf der Apple Watch: Links alt, rechts neu.

(Bild: Marco Arment)

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Der populäre Podcast-Client Overcast gehörte zu den ersten iOS-Apps, die für die Apple Watch angepasst war. Hinter der Software steckt der bekannte iOS-Developer Marco Arment, der zuvor unter anderem Instapaper entwickelt hatte. Bei der Programmierung hat Arment einige interessante Erfahrungen gemacht, wie er bereits zum vergangenen Wochenende in seinem Blog schrieb.

Demnach habe er schnell festgestellt, dass die von ihm angedachte, vernünftige Adaption seiner iOS-App für die Apple Watch in die Hose gegangen sei: "In practice, it sucked." Der Hauptgrund dafür seien die Ladezeiten von WatchKit, die sich als "inkonsistent und problematisch" erwiesen hätten. Denn jedes Mal, wenn das Interface lädt oder sich verändert, kommunizierten Watch und iPhone per Bluetooth hin und zurück, was nicht immer reibungslos zu klappen scheint. "Ob das an Funkproblemen, Bugs in OS 1.0 oder (wahrscheinlich) beiden Dingen liegt, ist egal", so Arment. WatchKit sei hier noch "frustrierend unzuverlässig".

Das führe zu teilweise sehr langen Ladezeiten bei Apps und Glances, zudem schalte sich der Bildschirm teilweise ab. Arment reagierte mit einem Radikalumbau der Overcast-Oberfläche. Statt drei Navigationsebenen gibt es jetzt nur noch eine Hauptebene, die den "Now Playing"-Bildschirm zeigt – inklusive mehr Bedienknöpfen. Dies verbessere Ladezeiten und Zuverlässig. enorm. Dazu baute Arment die Nutzerführung um.

Gelernt habe er auch, wie wichtig die sogenannten Glances im Interface der Uhr (deutscher Name: "Checks") seien, mit der Nutzer kurze Informationshappen erhalten können: Sie erlaubten auch einen schnellen Start von Apps, ohne die App-Übersicht bemühen zu müssen. Deshalb hat Arment hier den Informationsgehalt erhöht und zeigt nun Daten des "Now Playing"-Bildschirms.

Er selbst sei nun viel zufriedener mit seiner App. Es sei ein Fehler gewesen, zu versuchen, die Struktur der iOS-Anwendung auf die Apple Watch zu holen. "Für die meisten App-Typen sollte man die Apple Watch derzeit nicht als Plattform betrachten, auf die man seine Software portieren kann, sondern als einfache Fernsteuerung oder Darstellungsfeld einer iPhone-Anwendung", so Arments Fazit. Apple selbst scheint das ähnlich zu sehen, verbietet der Konzern Entwicklern derzeit doch noch das Ausführen nativen Codes. (bsc)