Entwicklungsumgebung Xcode erscheint möglicherweise für das iPad

Einem Leaker zufolge will Apple mit iPadOS 14 erstmals ein Programmieren größerer Apps direkt auf dem Tablet erlauben.

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Entwicklungsumgebung Xcode fürs iPad im Anflug

Xcode – hier auf dem Mac.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat offenbar vor, aus dem iPad eine vollwertige Entwicklungsumgebung zu machen. Das will der bekannte Leak-Experte Jon Prosser erfahren haben, der in der Vergangenheit mehrfach richtig lag.

Seinen Angaben zufolge soll es zum Erscheinen von iOS beziehungsweise iPadOS 14, das im Juni wohl vorgestellt und im Herbst offiziell veröffentlicht werden wird, erstmals auch eine Xcode-Variante für das Tablet geben. Xcode ist Apples Integrated Development Environment (IDE), das bislang nur für macOS offeriert wird.

Den Angaben zufolge sind Teile von Xcode bereits in den vorab geleakten Versionen von iOS beziehungsweise iPadOS 14 "präsent". Aktuell kann man auf dem iPad bereits mit dem Lernprogramm Swift Playgrounds kleinere Apps erstellen, das wiederum kürzlich auch für den Mac portiert wurde. Ein vollwertiges IDE ist das aber keineswegs.

Prosser geht jedoch davon aus, dass Apple Xcode offenbar komplett für sein Tablet veröffentlichen werden wird – oder zumindest nur wenig abgespeckt. In iOS 13 befindet sich bereits eine sogenannte Xcode-Preview-App im Betriebssystem selbst, mit der es möglich ist, sich Anwendungslayouts auf dem iPhone anzuzeigen, die in der macOS-Version von Xcode erstellt wurde. Prosser spekuliert weiterhin, dass Apple auch noch mehr "Pro"-Apps für das iPad plant, darunter auch eine Version des professionellen Filmschnittprogrammes Final Cut. "Die Auswirkungen werden RIESIG sein", schwärmt er.

Apple macht aus dem iPad mehr und mehr ein Gerät auch für professionelle Anwender. Die Hardware ist mit dem hauseigenen ARM-Chip durchaus schnell genug und überholt so manches Intel-Notebook. Zuletzt lieferte Apple für das iPad Pro der Jahrgänge 2018 und 2020 mit dem Magic Keyboard eine eigene Tastatur samt Trackpad aus.

Mit Xcode auf dem iPad könnte Apple auch Entwickler ansprechen, die komplett auf Mobilplattformen arbeiten wollen, ohne einen Mac erwerben zu müssen – auch wenn dies Verkäufe bei seiner Rechnerlinie kosten könnte. Solche Bedenken einer Selbstkannibalisierung haben den Konzern aber noch nie vor Veränderungen abgehalten.

(bsc)