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Erneut Gerüchte über Produktionsreduzierung beim iPhone X

Laut der japanischen Nachrichtenagentur Nikkei leitet Samsung unter reduzierten OLED-Bestellungen durch Apple. Angeblich wird die Herstellung halbiert.

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Face ID iPhone X

Eine der Topfunktionen des iPhone X ist die Gesichtserkennung Face ID.

(Bild: Apple)

Kappt Apple die Produktion des iPhone X – und zwar signifikant? Quellen der japanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur Nikkei in Apples asiatischer Lieferkette glauben daran. Das Medium hat nun einen entsprechenden Bericht von Ende Januar erneut bestätigt – obwohl Apples zwischenzeitlich vorgelegte Quartalszahlen eigentlich eine ganz andere Sprache sprechen. Laut Nikkei plant Apple, die Produktion des Topgeräts in den ersten drei Monaten des Jahres von zunächst geplanten 40 Millionen Einheiten zu halbieren. Die Verkäufe verliefen "träge", so die Agentur.

Zu viele OLEDs bei Samsung?

Samsung, Hersteller der OLED-Panels im iPhone X, suche sich daher "zunehmend Kunden von außerhalb". Es bestehe die Gefahr einer Überproduktion, "einer OLED-Panel-Schwemme" im Markt wegen Apples reduzierter Nachfrage. Allerdings hatten auch andere Hersteller neben Samsung ihre OLED-Produktion erhöht, weil Apple derart viele Komponenten für die eigene Produktion aufgesogen hatte.

Der Meldung widersprechen andere Berichte, laut denen das iPhone X im viertel Quartal 2017 weltweit das am meisten verkaufte Smartphone war. Der Marktforscher Canalys schätzte so eine Auslieferung von 29 Millionen Geräten seit dem Verkaufsstart im November, wovon 7 Millionen Einheiten nach China gegangen sein sollen. Allerdings sei dies nicht Apples bislang schnellster Absatz – wegen des hohen Einstiegspreises und den kurz zuvor eingeführten beiden iPhone-8-Modellen.

Hochpreis-Boom bei Apple

Die Samsung-OLED-Panels sollen pro Stück inklusive Touch-Sensor laut Nikkei 100 US-Dollar kosten. Das sei doppelt so teuer wie das LCD-Display im iPhone 8 Plus. Angeblich ist die Ausnutzungsrate in den Samsung-OLED-Produktionsstätten auf 50 bis 60 Prozent abgesackt. Die OLED-Konkurrenz wächst zudem. So will LG Display aus Korea bald eine neue Produktionslinie starten und in China arbeiten mehrere Unternehmen an neuen Fabriken. Auch Sharp und Japan Display bereiten ihre OLED-Massenproduktion vor.

Das iPhone X ist Apples bislang teuerstes iPhone-Modell. Experten sprechen von einem Hochpreis-Boom bei dem Konzern – man zahlt mindestens 1149 Euro für ein vertragsfreies Gerät. Umsatz und Gewinn konnte Apple dadurch deutlich erhöhen, auch wenn die Gesamtzahl verkaufter Geräte leicht abnahm. Dafür ist der Durchschnitts-iPhone-Preis gewachsen. Wie viele iPhone-X-Modelle Apple bislang abgesetzt hat, wurde noch nicht kommuniziert. Die Produktionsreduzierung, über die Nikkei schreibt, könnte auch mit dem Ende des Weihnachtsgeschäfts zu tun haben. Die Herstellung geht dann traditionell nach unten. (bsc)