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Es knirscht zwischen Apple und den Verlagen [Update]

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Apple nahm angeblich eine Zusage zurück, die es deutschen Verlagen erlaubt hätte, das iPad zu einem subventionierten Preis bei gleichzeitigem Abschluss eines Abonnements anzubieten. Dies berichtet das Branchenblatt Horizont.net. Sowohl der Springer-Verlag wie die Frankfurter Rundschau hätten entsprechende "Kombi-Angebote" aus Abo und iPad geplant.

Aus dem Bericht geht nicht hervor, welcher Art Apples Zusage ursprünglich war und warum es Verlagen nicht ohnehin freisteht, ihre Abonnements mit einem vergünstigten iPad als Lockangebot zu versehen. Die Schweizer Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung bietet beispielsweise neuen Lesern längst ein entsprechendes Kombi-Angebot an. Apple wollte die Angelegenheit gegenüber heise online nicht kommentieren.

[Update: Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der Geschäftsleitung im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, erklärte gegenüber heise online, dass Apple "interessierten Verlagen" ursprünglich eine "größere Stückzahl" an iPads für Kombi-Angebote liefern wollte, diese Abmachung aber ohne Angabe von Gründen "für nicht mehr gültig erklärt" habe. Ein grundsätzliches Verbot derartiger Kombi-Angebote durch den iPad-Hersteller gibt es demnach zwar nicht, allerdings können die iPads "in der Praxis nur angeboten werden, wenn den Verlagen auch Geräte in genügender Stückzahl zur Verfügung stehen", so Hans-Joachim Fuhrmann.]

Viele Verlage scheinen dem iPad weiterhin zwiegespalten zu begegnen. Auf der einen Seite bietet dieses eine neue Vertriebsplattform mit etlichen zahlungsbereiten Kunden, zugleich wird Apples Marktmacht sowie Kontrollversessenheit gescheut und der Verlust der direkten Kundenbeziehung gefürchtet. So soll Apple US-Verlagen laut MediaMemo seit Monaten ein Abomodell für ihre Publikationen anbieten, mit dem Kunden über den App Store automatisch wiederkehrende Zahlungen für Zeitungen oder Magazine tätigen könnten und stieß damit bislang auf geringes Interesse.

Allerdings behält der iPad-Hersteller diesem Bericht zufolge die Kreditkartendaten der Käufer für sich und will lediglich eine Option bereitstellen, über die Kunden per Opt-In Angaben zu Name, E-Mail-Adresse und Anschrift an die Verlage weitergeben können.

Möglicherweise wird die rein für Tablets gedachte Zeitung The Daily, an der der Medienkonzern News Corp. arbeiten soll, die erste Publikation, die auf Apples neues Abomodell zurückgreift. Der App Store erlaubt Anbietern zwar bereits jetzt, Inhalte per In-App-Kauf als "Subscription" anzubieten und damit zeitlich zu begrenzen, allerdings erneuert beziehungsweise verlängert sich diese Form eines Abonnements nicht automatisch. Zusätzlich arbeitet Apple angeblich an einem weiteren Push-Dienst, der neue Inhalte im Hintergrund bereitstellt, sodass Nachrichten-Apps nach dem Öffnen bereits in aktueller Fassung vorliegen. (lbe)