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Ex-Apple-Anwalt wegen Insider-Handel angeklagt

Der für die Einhaltung der Börsenregeln verantwortliche Justiziar von Apple soll angeblich selbst illegal gehandelt haben. Apple hatte ihn entlassen.

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(Bild: Eyesonmilan/Shutterstock.com)

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Der frühere Apple-Anwalt Gene L. muss sich vor Gericht für angeblichen Insider-Handel verantworten. Das teilte die Staatsanwaltschaft in New Jersey am Donnerstag mit. Er ist in jeweils sechs Fällen von Wertpapierbetrug sowie von "Wire Fraud", wie in den Vereinigten Staaten Betrug auf elektronischem Wege genannt wird, angeklagt.

Er soll geplant haben, "Company-1" – also Apple – und ihre Aktionäre betrogen zu haben, um Profite in Höhe von 227.000 US-Dollar zu erzielen sowie Verluste von rund 377.000 Dollar zu verhindern. L. soll – dank Insider-Informationen – erkannt haben, dass "Company-1" starke Umsatz- und Profitwerte für ein Finanzquartal erzielen werde und dann große Mengen an Aktien gekauft haben. Diese wurden dann, so die Staatsanwaltschaft, mit Gewinn verkauft, sobald der Markt auf diese Nachrichten reagiert hatte.

Pikanterweise war L. selbst in Apples Rechtsabteilung dafür zuständig, dass die Mitarbeiter die Börsenregeln – und hier insbesondere die gegen Insider-Handel – einhalten. Er gehörte zu den wichtigsten Rechtsberatern im Konzern. Von 2013 bis 2018 trug er den Titel "Senior Director of Corporate Law", den Insider-Handel soll er laut Anklage zwischen 2011 und 2016 betrieben haben. L. soll während der sogenannten "Blackout"-Phase gehandelt haben, in der Angestellte eigentlich weder Aktien kaufen noch verkaufen dürfen. Er selbst informierte Mitarbeiter über diese Restriktion, hielt sich aber laut Staatsanwaltschaft nicht daran.

Schon zuvor hatte die amerikanische Börsenaufsicht SEC L. in einem Zivilverfahren verklagt. Dieses läuft seit Frühjahr 2019 und könnte hohe Strafzahlungen verursachen. Die nun erfolgte zusätzliche Anklage könnte L. maximal 20 Jahre im Gefängnis einbringen, hieß es in US-Medien – hinzu kämen ebenfalls womöglich signifikante Geldstrafen.

Apple selbst hatte im Februar mitgeteilt, man sei von den Behörden bereits im Sommer 2018 kontaktiert werden und habe die Sache genau untersucht – mit Hilfe externer Rechtsberater. Ergebnis sei L.s Entlassung gewesen. Sein Anwalt sagte gegenüber US-Medien, er freue sich darauf, L. gegen die Vorwürfe "energisch zu verteidigen". (bsc)