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Ex-Manager: Apple tut in China zu wenig

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Mehrere ehemalige Apple-Manager haben in der New York Times Kritik an den Zuständen bei den chinesischen Zulieferern des Computerkonzerns geübt. Das Blatt berichtet in einem ausführlichen Hintergrundartikel über Apples Arbeit mit Foxconn und anderen Lieferanten in Fernost. Die Ex-Führungskräfte, die anonym bleiben wollten, gaben an, der Umgang mit Arbeitnehmern habe sich in den letzten Jahren zwar verbessert. Grundlegende Probleme bestünden aber weiter.

So wisse man bei Apple bereits seit vier Jahren von schwerwiegenden Missständen ("Labor Abuse") in einigen Fabriken. "Doch sie geschehen immer noch." Der Grund dafür sei, dass das System für Apple grundsätzlich funktioniere. "Die Lieferanten würden alles schon morgen ändern, wenn Apple ihnen nur sagen würde, dass sie keine andere Wahl haben."

Wenn man die gleichen Problemmuster Jahr für Jahr feststelle, bedeute dies, dass Apple das Problem lieber ignoriere, als es zu lösen, so ein weiterer Apple-Manager gegenüber der New York Times, der die Arbeit der zuständigen "Supplier Responsibility Group" laut Angaben des Blattes kennt. Apple toleriere die Nichtbefolgung der Regeln, solange der Lieferant nur verspreche, dass er sich das nächste Mal stärker bemühe. "Würden wir es ernst meinen, würden solche Kernprobleme verschwinden."

Apple hatte im Januar seinen jüngsten Jahresbericht zu den Zuständen bei seinen Lieferanten vorgelegt und betont, man setze harte Standards. Mit 229 Überprüfungen seien die Kontrollen um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht worden. Dabei kamen unter anderem sechs bestehende und 13 historische Fälle von Kinderarbeit in fünf Fabriken heraus. Firmenchef Tim Cook sprach dennoch von "dramatischen Verbesserungen" im Personalbereich in China.

Apple wollte die Vorwürfe gegenüber der New York Times nicht kommentieren, obwohl der Computerkonzern laut Aussagen der Zeitung im Vorfeld detaillierte Informationen zu der geplanten Geschichte erhielt. (bsc)