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Experte: Apple macht beim HomePod Verluste

Trotz seines hohen Preises schreibt der Smart Speaker für den Hersteller angeblich rote Zahlen. Ein anderes beliebtes Gerät kommt nur bei Null raus.

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350 Euro will Apple für den HomePod regulär haben – im Handel geht's deutlich günstiger.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Apple gilt allgemein als Konzern, der mit seinen Produkten dank hoher Margen dicke Gewinne einfährt. Beim seit Sommer 2018 in Deutschland erhältlichen HomePod ist das offenbar nicht so. Der Apple-Blogger John Gruber, der über gute Kontakte ins Hauptquartier des iPhone-Konzerns verfügt, meinte in seinem Podcast "The Talk Show" nun, er glaube, mit dem Smart Speaker schreibe Apple (noch) rote Zahlen. "Ich kann es nicht beweisen und ich denke nicht, dass es ein großer Verlust ist."

Sollten die Angaben stimmen, wäre dies für Apples grundsätzliches Geschäftsmodell überraschend. Zudem ist der HomePod keineswegs günstig: Der Hersteller selbst verlangt für den Lautsprecher 350 Euro und verkauft ihn damit teurer als viele Modelle der Konkurrenz von Amazon (Alexa) oder Google (Assistant). Der HomePod verfügt über ein komplexes System an Hochtönern samt Subwoofer und hat eine Einmesselektronik, die eine klangliche Anpassung an jeden Raum erlauben soll. In den Geräten, die sich mit Apples Sprachassistentin Siri steuern lassen, steckt ein A8-Chip, den Apple erstmals 2014 in iPhone 6 und 6 Plus verbaut hatte.

Ein weiteres Gerät, von dem Gruber laut eigenen Angaben gehört hat, dass es für Apple wenig Geld bringt, soll die aktuelle Apple-TV-Version 4K sein. Die bei Apple für 200 Euro erhältlichen Multimediaboxen würden vom Hersteller "quasi zum Selbstkostenpreis" ("effectively [...] at cost") angeboten, ergo macht Apple hier zwar keine Verluste, der verbaute A10-Chip samt guter Grafik sorgt aber dafür, dass mit der Box nur wenig Gewinn geschrieben wird.

Warum Apple HomePod und Apple TV 4K ohne oder mit nur wenig Marge absetzt, ist unklar – möglicherweise versucht der Konzern, schlicht eine Basis für seine Plattformen der Zukunft zu schaffen. Der HomePod dient auch als Zentrale für die Smart-Home-Technik HomeKit, Apple TV 4K wird als Hauptplattform für einen künftigen bezahlten Videodienst des Konzerns gesehen. Die Margen bei iPhone und Co. gelten als industrieweit führend, mancher Beobachter meint gar, Apple vereine 80 Prozent der Gewinne der Handybranche auf sich. (bsc)