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FBI will Entsperr-Tool für andere iPhones anpassen

Die US-Bundespolizei arbeitet daran, das für das iPhone 5c von San Bernardino genutzte Tool anzupassen, um andere Modelle entsperren zu können. Verschlüsselung gehört zum "essentiellen Handwerkszeug" von Terroristen, erklärte der FBI-Chef.

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(Bild: dpa, Michael Kappeler)

Die Debatte über die von Strafverfolgungsbehörden gewünschte Einsicht in verschlüsselte Inhalte sei noch lange nicht vorbei, erklärte FBI-Chef James Comey in einem Presse-Briefing, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Es werde wohl weitere Gerichtsverfahren über den Zugriff auf Geräte geben. Verschlüsselung ist ein "essentielles Handwerkszeug" von Terroristengruppen, betonte Comey.

Seit vergangenem Oktober sei es FBI-Experten bei 500 von rund 4000 Geräten nicht gelungen, diese zu entsperren, so Comey. Bei keinem dieser Modelle handele es sich – wie im Fall von San Bernardino – um ein iPhone 5c mit iOS 9. Deshalb würden die Strafverfolger derzeit versuchen, ein von ungenannten Dritten zugekauftes Tool zur Entsperrung anderer Modelle anzupassen.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Polizei von Los Angeles mit Hilfe eines Forensik-Experten auf ein iPhone 5s zugreifen konnte – darauf lief offenbar aber noch iOS 7. Eine umfassende und an die PIN respektive das Nutzerpasswort geknüpfte Verschlüsselung hat Apple erst mit iOS 8 eingeführt.

Die Bundespolizei hatte Anfang des Jahres versucht, den iPhone-Hersteller mit einer richterlichen Anordnung zu zwingen, eine Software zu entwickeln, um iOS-Schutzmechanismen außer Kraft zu setzen – um auf das iPhone 5c des Attentäters von San Bernardino zuzugreifen. Apple verweigerte dies. Mit dem Entsperr-Tool war es dem FBI schließlich möglich, auf die verschlüsselten Smartphone-Inhalte zuzugreifen, Details zu der verwendeten Methode wurden bislang nicht bekannt. Der FBI-Chef hatte zuvor erklärt, diese sei nicht für neuere iPhones geeignet. (lbe)