Face ID beim iPhone X: US-Senator fordert Antworten zu Sicherheit und Datenschutz

Innerhalb eines Monats soll Apple die Detailfragen zu Face ID beantworten. Der Senator wünscht auch eine Zusicherung, dass die erfassten Gesichtsabdrücke niemals an Dritte weitergegeben werden.

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Das Gesicht als "bestes Passwort" – iPhone X mit Face ID.

(Bild: Apple-Webseite)

Von
  • Leo Becker

Der US-Senator Al Franken will weitere Details zu Apples neuem Gesichtserkennungssystem Face ID in Erfahrung bringen und hat dem Konzern deshalb einen größeren Fragenkatalog vorgelegt. Da sich biometrische Daten wie Gesicht und Fingerabdruck nicht ändern lassen, gebe es “signifikante Unterschiede” zu Passwörtern in Hinblick auf Datenschutz und Sicherheit, erklärt das US-Kongressmitglied. Es obliege deshalb Apple, sich nun “so transparent wie möglich zu dieser neuen komplexen Technik” zu zeigen.

Franken möchte genau erklärt haben, ob Apple oder Dritte derzeit in der Lage sind, die auf dem iPhone X gespeicherten Gesichtsabdrücke zu extrahieren – per Fernzugriff oder mit physischem Zugang zu dem Gerät. Den Senator interessiert außerdem, ob Apple die Gesichtsdaten in Zukunft aus irgendeinem Grund Cloud-seitig speichern will.

Der Senator hat ausführliche Details schriftlich angefordert.

Zu den weiteren Fragen gehört, woher der Bilddatensatz stammt, der zum Anlernen von Face ID verwendet wurde – und wie das Unternehmen für möglichst große Diversität in Bezug auf “Rasse, Geschlecht und Alter” beim Training der Gesichtserkennung gesorgt hat. Auch will Franken in Erfahrung bringen, wie Face ID das Gesicht einer Person von einem Foto oder einer Maske unterscheiden kann. Der Senator will zudem das Versprechen einholen, dass Apple die “Gesichtsabdrücke” niemals mit einer “kommerziellen dritten Partei” teilt oder für einen anderen Zweck als die Bereitstellung der Funktion verwendet.

Den Demokraten und Vertreter Minnesotas interessiert außerdem, ob Face ID auch die Gesichter von anderen Personen auf dem Gerät speichert und welche Schutzmaßnahmen Apple implementiert hat, damit das iPhone X nicht einfach entsperrt wird, indem es ein Dritter dem Besitzer vor das Gesicht hält. Abschließend erkundigt sich der Senator, wie Apple auf die Anfrage von Strafverfolgungsbehörden reagieren will, die Zugriff auf die Gesichtsdaten fordern könnten.

Apple hat bislang erklärt, dass die “Karte des Gesichts” verschlüsselt und lokal in der Secure Enclave gespeichert wird – einem in Apples A-Chip-Reihe integriertem, abgeschottetem Prozessor. Dieser ist für Verschlüsselungsaufgaben zuständig und verwaltet auch die von Touch ID erfassten Fingerabdruckdaten.

Der Nutzer muss sich außerdem mit offenen Augen dem iPhone X zuwenden, damit dieses entsperrt wird. Nach zwei Fehlversuchen muss manuell der Gerätecode eingetippt werden – über diese zusätzliche Schutzfunktion stolperte offenbar auch Apples Software-Chef bei der Präsentation des iPhone X am Dienstag. Apple hat zur Beantwortung der Fragen einen Monat lang Zeit. Es ist nicht der erste Fragenkatalog, den Franken an den iPhone-Konzern übermittelt: Auch zu Touch ID forderte der Senator vor vier Jahren detaillierte Informationen.

Apples iPhone X (14 Bilder)

Das iPhone X hat einige neue Sensoren.

(lbe)