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Facebook-Chef vor US-Senat: Seitenhiebe auf Apple vorbereitet

Bei der Senatsanhörung war Mark Zuckerberg offensichtlich darauf vorbereitet, zur Kritik durch Apple-Chef Tim Cook Stellung zu nehmen. Apples Datenpraktiken seien denen von Facebook “ähnlich”, hieß es in den Notizen des Facebook-Chefs.

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Facebook zählt zu den populärsten iPhone-Apps.

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Facebook-Chef Mark Zuckerberg war für die Anhörung vor dem US-Senat auch auf Fragen durch die von Apple-CEO Tim Cook geäußerte Kritik an Facebooks Geschäftsmodell eingestellt. In Hinblick auf Daten seien Facebook und Apple “ähnlich”, war als verteidigendes Argument in den vom Facebook-Chef mitgeführten Notizen vermerkt, die ein Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press ablichtete.

Wenn man eine App auf dem iPhone installiere, könne man ihr Zugriff auf “manche Informationen” geben, so einer der dort aufgeführten Gesprächspunkte – dies sei ”genauso wie beim Einloggen mit Facebook”.

Es gebe auch “viele Geschichten über Apps, die Apple-Daten missbrauchen”, steht dort weiter als Stichpunkt, man habe aber “noch nie gesehen”, dass Apple Nutzer darüber auch informiere. Es sei wichtig “jeden mit dem gleichen Maß zu messen”, wird in den Notizen als zusätzlicher Gesprächspunkt unter dem Titel "Tim Cook über Geschäftsmodell" vermerkt. Auf welchen Missbrauch von “Apple-Daten” hier angespielt wird, bleibt unklar. Zuckerberg äußerte sich in der Befragung selbst nicht direkt zu Apple oder Tim Cook.

Apple-Chef Tim Cook hatte Facebook im Zusammenhang mit dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica zuvor scharf kritisiert und nach Regulierung gerufen – die Angelegenheit sei derart “grässlich”, dass jetzt wohl “gut ausgearbeitete Regulierung nötig ist”, so Cook, der zugleich betonte, eine derartige intime Datensammlung sollte aus seiner Sicht gar nicht existieren. Apple hätte einen Haufen Geld damit machen können, die eigenen Nutzer zum Produkt zu machen, so Cook – doch man habe sich dagegen entschieden.

Zuckerberg konterte die Kritik anschließend in einem Interview und erklärte, nur weil manche Unternehmen daran arbeiten, immer mehr Geld zu kassieren, bedeute das nicht automatisch, dass diese sich letztlich auch mehr um den Nutzer scheren – auch Facebook sei hauptsächlich darauf ausgelegt, seinen Nutzern zu dienen. Um einen Service für alle und nicht nur für “reiche Leute” anzubieten, habe man sich für die Werbefinanzierung entschieden, das sei das einzige “rationale Modell” für einen derartigen Dienst, so Zuckerberg. (lbe)