Fiebermessen im Apple Store ruft Datenschützer auf den Plan

Hessens Datenschutzbeauftragter will prüfen, ob die Messung der Körpertemperatur als Corona-Check zulässig ist. Er tendiere zu einem Verbot.

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(Bild: dpa, Christophe Ena/AP/dpa)

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Die Erfassung der Körpertemperatur im Apple Store könnte gegen deutsches Datenschutzrecht verstoßen. Seit der Wiedereröffnung der hiesigen Ladengeschäfte am Montag führt Apple als Corona-Schutzmaßnahme auch einen Temperatur-Check bei Kunden am Einlass durch, bei Fieber soll der Zutritt verweigert werden. Diese Praxis will der hessische Datenschutzbeauftrage Michael Ronellenfitsch nun prüfen.

Die Fieberprüfung wird am Dienstag auch Thema bei der Konferenz der 16 Datenschutzbeauftragten der Länder, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Konkrete Details zu dem Verfahren wurden noch nicht bekannt. In Hessen betreibt Apple zwei Filialen, insgesamt gibt es in Deutschland derzeit fünfzehn Apple Stores. Die Temperaturmessungen werden mit kontaktlosen Infrarot-Fieberthermometern durchgeführt. Apple betont in einem Hinweis an den Ladengeschäften, dass bei der Messung keinerlei Daten gespeichert würden.

Die Maßnahme hatte Apple zuvor schon bei der Wiedereröffnung von Ladengeschäften in Asien eingeführt. In den Läden des Konzerns gelten auch Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Er tendiere dazu, solche Temperatur-Checks "nicht zu erlauben" und "Maßnahmen zu ergreifen", betonte Ronellenfitsch in einem Radio-Interview gegenüber HR Info. Er habe für ein Verbot auch die juristische Handhabe. Der Datenschutz einer Person stehe zwar nicht über der Gesundheit einer anderen Person, doch rechtfertige das keinen größeren Eingriff in die Privatsphäre, so Ronellenfitsch. Eine Fiebermessung sorge zudem nur für "Scheinsicherheit", es gebe andere "adäquate Maßnahmen" zum Schutz, deshalb seien Temperatur-Checks nicht erforderlich. Von Apple liegt bislang keine Stellungnahme zum Thema vor.

Nach einer knapp zweimonatigen coronabedingten Pause hat Apple seine Läden in Deutschland am Montag wieder geöffnet. In Europa sind die Geschäfte des Konzerns sonst bislang nur in Österreich und Schweiz wieder in Betrieb, weitere Filialen dürften aber im Verlauf des Monats ebenfalls wieder öffnen. (lbe)