Menü
Mac & i

Filmbiografie von Steve Jobs kommt am Freitag in die US-Kinos

vorlesen Drucken Kommentare lesen 39 Beiträge

Filmposter zu "Jobs".

(Bild: Filmproduktion)

Im Frühjahr 2011 hatte US-Schauspieler Ashton Kutcher (35) die Gelegenheit, Apple-Mitbegründer Steve Jobs zu treffen. Doch es kam nicht dazu, der Star der TV-Serie "Two and a Half Men" musste an dem Tag drehen. Im folgenden Oktober starb die Tech-Legende mit 56 Jahren an Krebs. Wenige Wochen vor dem zweiten Jahrestag seines Todes läuft an diesem Freitag in den USA der Film "Jobs" an, mit Kutcher in der Hauptrolle. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht.

"Ich liebte diesen Mann", schwärmte der Schauspieler, ein erklärter Computer-Fan, kürzlich bei der Vorstellung des Films in San Francisco. "Ich werde nie vergessen, wo ich gerade war, als ich von seinem Tod erfuhr". Das sei ein totaler Schlag gewesen. Er habe mit seinem Auto am Straßenrand angehalten.

Trotz Kutchers Begeisterung waren Hollywoods Kritiker anfangs skeptisch. Konnte man dem TV-Leichtgewicht, auch wenn er dem jungen Jobs tatsächlich ähnlich sieht, diese komplexe Rolle zutrauen? Kutcher bereitete sich nach eigenen Angaben akribisch vor, studierte die Vorlieben seinen Idols, seine Auftritte und Reden, traf sich mit Leuten, die Jobs kannten. Er ging barfuß auf lange Spaziergänge, so wie es der Tech-Guru als Student und später noch tat. Die Ähnlichkeit, von Jobs' leicht gebeugtem Gang bis zu seinem Tonfall, ist verblüffend.

Regisseur Joshua Michael Stern ("Swing Vote – Beste Wahl") erzählt chronologisch von den frühen 70er-Jahren bis 2001: Vom langhaarigen bärtigen College-Abbrecher auf LSD- und Indientrips, beim Sex und Meditieren. Über die Basteljahre in der elterlichen Garage im kalifornischen Los Altos, dem ersten Apple-"Firmensitz". Bis zu Jobs Aufstieg zum Tech-Millionär, dem Rauswurf bei der Firma, die er gegründet hat – und seinem triumphalen Comeback auf den Apple-Chefposten.

Stern geht kein Risiko ein, "Jobs" ist eine konventionell gedrehte Biografie. Kurzweilig, aber ohne visionäre Höhenflüge, wie sie der echte Jobs vormachte. Der Film ist aber auch keine kritiklose Hommage an den Mann, der mit seinen Produkten die Welt veränderte. In einer Szene setzt der junge Computernerd seine schwangere Freundin vor die Tür. Als aufbrausender Boss feuert er enge Mitarbeiter und lässt Freunde im Stich.

"Du bist gut, verdammt gut, aber du bist ein Arschloch", wirft ein Vorgesetzer bei der Firma Atari dem aufstrebenden Jobs, barfuß und schlampig am Arbeitsplatz, an den Kopf. Regisseur Stern sprach in San Francisco über eine Lektion, die er beim "Jobs"-Dreh lernte. "Du kannst total viele Schwächen und im Umgang mit Menschen Probleme haben, aber trotzdem kannst du in einer Garage großartige Dinge leisten".

Stern drehte Szenen an Originalschauplätzen in Silicon Valley, auch vor der legendären Garage, wo Jobs Kumpel Steve Wozniak die ersten Apple-Produkte austüftelte. Kutcher beherrscht die Leinwand. Als Nebenspieler mischen Dermot Mulroney als Apple-Mitbegründer Mike Markkula, Matthew Modine in der Rolle von CEO John Sculley und Josh Gad als das Computer-Hirn Steve Wozniak mit.

Mit "Jobs" ist in Hollywood noch nicht das letzte Wort über den Mann gesprochen, den Kutcher als "sehr charismatisch, ein außergewöhnlicher Showman, sehr intelligent, kreativ und inspirierend" beschreibt. Das Sony-Studio plant einen Jobs-Film nach der autorisierten Biografie "Steve Jobs" von Walter Isaacson. Der Autor hatte in einem Zeitraum von zwei Jahren mehr als 40 Interviews mit Jobs geführt. Aaron Sorkin, der für den Facebook-Film "The Social Network" mit dem Drehbuch-Oscar ausgezeichnet wurde, hat das Skript ins Visier genommen. (dpa) / (bsc)