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Forscher bewerten Apps nach Datenschutzkriterien

Eine von der Carnegie Mellon University betriebene Plattform untersucht, ob Apps die Privatsphäre ihrer Nutzer achten. Sie bewertet derzeit Android-Anwendungen, iOS und Windows Phone sollen folgen.

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Forscher bewerten Apps nach Datenschutzkriterien

Es gibt Smartphone-Apps, die nur sind, was sie sind – etwa ein unterhaltsames Spiel oder ein guter Messenger. Andere übertragen im Hintergrund zusätzlich noch fleißig Daten über den Nutzer ins Netz. Das ist nicht nur lästig, weil es am meist eher knappen Datenvolumen zehrt. Viel schlimmer ist die Verletzung der Privatsphäre. Hier kommt privacygrade.org ins Spiel. Die von Studenten und Lehrkräften der Carnegie Mellon University in Pittsburgh betriebene Webseite untersucht Apps und vergibt Noten für deren Privatsphäreoptionen.

Dazu haben die Forscher ein Bewertungsmodell entwickelt, das die Erwartungen eines Nutzers an ein Programm mit dem tatsächlichen Verhalten der App vergleicht. Lädt sich ein Smartphonebesitzer etwa ein Spiel herunter, erwartet er in den wenigsten Fällen, dass es seinen Standort wissen will oder Nutzerdaten zur Erstellung von Werbeprofilen überträgt. Viele Programme tun im Hintergrund allerdings viele Dinge, die man nicht erwarten würde, ermitteln den Standort, greifen auf das Telefonbuch zu oder lesen die Telefonnummer des Nutzers aus.

Viele bekannte Apps werden auf der Webseite mit Noten von einem grünen A bis zu einem roten D versehen. Dabei richtet sich die Note nicht nur danach, ob ein Programm viel oder gar nichts überträgt, sondern auch, ob es dies aus nachvollziehbaren Gründen tut. So ist ablesbar, ob ein Programm die eigene Privatsphäre respektiert oder im Hintergrund etwa zu Werbezwecken fleißig nach Hause telefoniert.

Sicherheitsaspekte untersucht privacyguard.org allerdings nicht – es geht allein um die Datenschutzvorgaben der Hersteller. So erhielt etwa WhatsApp ein "A" als Bewertung, obwohl der Dienst bis vor kurzem ohne End-to-End-Verschlüsselung arbeitete.

Apps lassen sich entweder über das Eingabefeld mit Namen suchen oder man blättert durch die Rubriken. Daneben wird auf der Seite auch erklärt, welche Funktionen des Telefons Apps nutzen können und wofür sie dies tun.

Momentan steht privacygrade.org nur für Android-Anwendungen zur Verfügung. Die Forscher planen aber, den Dienst auf iOS- und Windows-Phone-Geräte auszudehnen. (mit Material der dpa) / (bsc)