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"Freunde suchen": iOS 13 soll stilles Tracking unterbinden

"Freunde suchen": iOS 13 soll stilles Tracking unterbinden

Apples "Meine Freunde suchen" heißt in iOS 13 nur noch "Suchen" – und schließt auch eigene Geräte ein.

(Bild: Apple)

Um Stalking durch eifersüchtige Partner zu verhindern, lassen sich Geofences in Apples Standortfreigabe-Dienst künftig nicht mehr heimlich setzen.

Apple bessert bei dem iOS-Standortfreigabedienst "Meine Freunde suchen" nach: Mit iOS 13 soll es unmöglich werden, sich unbemerkt über Standortwechsel von Familienmitgliedern und Freunden informieren zu lassen. Der Dienst heißt künftig nur noch "Suchen" ("Find my").

Nutzer können mit "Freunde suchen" sogenannte Geofence-Benachrichtigungen auf alle Personen setzen, die ihren Standort teilen. Verlässt die getrackte Person einen markierten Ort, erhält man automatisch eine Mitteilung. Auch über das Betreten eines bestimmten Ortes oder Bereiches kann man sich informieren lassen.

Die Suchen-App in iOS 13 [1] informiert Nutzer sofort per Push-Benachrichtigung, sobald jemand einen Geofence gesetzt hat, wie Entwickler mit Zugriff auf die Beta des Betriebssystems berichten. Bis hin zu iOS 12 erfolgt das Setzen von Geofences still, nur innerhalb der App findet sich ein versteckter Hinweis im Profil des Nutzers.

Erstmals ist es mit iOS 13 auch möglich, den von einer anderen Person festgelegten Geofence zu löschen – das ging bisher nicht. Beim Setzen eines Geofences soll künftig zudem eine "unlöschbare Mitteilung" in der Nachrichten-App erfolgen, wie Wired unter Berufung auf Apple schreibt [2]. Bisher ist das offenbar noch nicht implementiert worden.

Darüber hinaus warnt das Magazin vor einer Schwachstelle in "Freunde suchen", mit der sich Personen heimlich in der App hinzufügen können, um so den Standort des Nutzers abzurufen. Das Teilen der Freigabe wird gewöhnlich in der Nachrichten-App verzeichnet. Voraussetzung ist allerdings, dass dafür voller Zugriff auf das iPhone besteht, problematisch ist dies also nur im Kontext eines eifersüchtigen Partners oder einer anderen vertrauten Person. Apple [3] sei informiert – wann die Lücke gestopft wird, bleibt unklar.

Die App "Freunde suchen" wird seit iOS 9 auf iPhone und iPad vorinstalliert. Wer sich mit iCloud auf dem Gerät anmeldet, aktiviert dabei auch den Standortfreigabedienst. Er erlaubt, seinen Standort mit ausgewählten Dritten zu teilen – sowohl temporär als auch kontinuierlich. Jede Person, der man die Freigabe erteilt hat, wird in der App (sowie den iCloud-Einstellungen) klar aufgeführt – und lässt sich leicht entfernen, um so das Teilen des Aufenthaltsortes zu unterbinden. Im Rahmen der iOS-Familienfreigabe wird der Standort untereinander automatisch geteilt.

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(lbe [5])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4466557

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apples-WWDC-2019-iOS-13-mit-Dunkelmodus-Datenschutz-und-optimierter-Leistung-4438243.html
[2] https://www.wired.com/story/common-apps-domestic-abusers-stalk-victims/
[3] https://www.heise.de/thema/Apple
[4] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Schleppnetz-fuer-Apple-Geraete-Neue-Find-My-App-nutzt-Fremdgeraete-zum-Auffinden-von-iPhone-Co-4443268.html
[5] mailto:lbe@heise.de