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Fürs iPhone: Steve Jobs wollte weltweites WLAN aufbauen

Als Apples erstes Smartphone erschien, unterstützte es nur EDGE. Der damalige Apple-Chef hatte deshalb vor, eine eigene Infrastruktur aus offenen Hotspots zu entwickeln, berichtet ein Journalist, dem Jobs das einst erzählte.

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Heute ist es kaum mehr vorstellbar: Apples erstes iPhone, das im November 2007 in Deutschland auf den Markt kam, verfügte noch nicht über UMTS, sondern übertrug Internet-Daten nur über das an GSM angeflantschte EDGE-Protokoll ("Enhanced Data Rates for GSM Evolution"). Mit Glück kamen so rund 220 kbit/s im Download über die Funkschnittstelle. Das war auch deshalb unschön, weil das Betrachten von Websites in einem "richtigen" Browser, der mobilen Version von Apples Safari, zu den Top-Funktionen des ersten Apple-Smartphones gehörte. Apps von Drittanbietern gab es noch nicht.

Steve Jobs scheint dieses Problem umgetrieben zu haben, wie Walt Mossberg, einer der bekanntesten IT-Journalisten der USA, der stets einen guten Draht zu dem Apple-Mitbegründer hatte, nun berichtet. Demnach plante Jobs, die lahmen (und teuren) Mobilfunknetze durch eine zusammengefasste WLAN-Infrastruktur zu ergänzen oder gar zu ersetzen.

Das iPhone der ersten Generation: Ohne UMTS und ohne Drittanbieter-Apps.

(Bild: Apple)

Er habe vorgehabt, andere Firmen einzubinden und eine Art Konsortium zu bilden. Die Hersteller von WLAN-Routern sollten in ihre Geräte einen Gastmodus einbauen, der vom persönlichen Netzwerk der Anschlussinhaber getrennt wäre. Jobs habe gehofft, dass die Industrie die Nutzer dann dazu bringe, ihre Bandbreite mit Fremden zu teilen. "Auf diese Art könnten Smartphone-Nutzer durch die Gegend laufen und sich von WLAN-Hotspot zu WLAN-Hotspot bewegen, ohne sich einloggen zu müssen." Jobs habe vorgehabt, dies ähnlich wie den automatischen Wechsel von Mobilfunkbasisstation zu Mobilfunkbasisstation zu implementieren.

Die Idee des Apple-Chefs war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht neu: So versuchte sich das Start-up FON seit 2005 an einem ähnlichen Ansatz, der allerdings bezahltes WLAN mit kostenlosem Teilen innerhalb einer Community kombinierte. Mittlerweile arbeitet auch die WLAN-Industrie an einfachen Login-Methoden.

Apple selbst ging übrigens mit gutem Beispiel voran: In den hauseigenen Airport-Basisstationen steckt seit längerem ein Gastmodus. Automatisiert nutzen lässt sich dieser von iPhones aus allerdings nach wie vor nicht, stets wird ein Passwort benötigt. (bsc)